Sinninventur – Bestandsaufnahme voller Sinn
Hast du schon mal eine Inventur gemacht?
Im privaten Bereich tun das die wenigsten in einem grossen Ausmass – aber in Lagern und Betrieben ist es eine wichtige Methode, um zu wissen, was überhaupt da ist oder was fehlt.
Du kennst aber sicher diese Momente, wo du aufräumst und plötzlich entdeckst, was noch vorhanden ist. Der Joghurt im Kühlschrank, den du vergessen hattest. Die Pasta im Schrank, die noch gut ist. Und dann das Klassische: „Ich hab nichts zum Anziehen“ – vor einem riesigen Kleiderschrank voller Kleidung – was eher paradox erscheint aber auch eine Art Inventur ist gepaart mit ein wenig zu viel und Überforderung.
Wir sind so verwöhnt vom Viel-Haben, vom Schnell-Bekommen und vom Immer-Mehr-Wollen, dass wir das, was wir bereits haben, kaum noch sehen. Was nicht mehr passt, wird ausgetauscht. Was zu langsam geht, macht ungeduldig und man ist gestresst und entwickelt immer mehr ein Gefühl von man verpasst was. Was nicht mehr gefällt, wird aussortiert – während auf der anderen Seite an vielen Stellen immer mehr angehäuft wird.
Das Interessante daran: Wir haben bereits so viel. Können so vieles. Haben so vieles erschaffen. Und erkennen es trotzdem nicht an, sehen es nicht, Wertschätzung geht verloren vor allem für die kleinen Dinge.
Was oft hilft, ist herauszuzoomen. Eine Meta-Perspektive einnehmen. Ein paar Schritte zurücktreten und das Ganze von außen betrachten – denn man sieht den Baum vor lauter Bäumen nicht.
Eine Zeit voller Rauschen
Wir leben in einer Zeit, in der gefühlt alles auf uns einprasselt. Digitale Geschwindigkeit mit all ihren Vor- und Nachteilen. Künstliche Intelligenz. Veränderungen auf allen Ebenen. Wackelnde Systeme und Enthüllungen, die Vertrauen erschüttern. Als würde gerade ein Aufräumkommando alles auf links drehen – kollektiv herausfordernd und individuell ein persönlicher Prüfstand. Eine Revision des Selbst, in allen Höhen und Tiefen.
Im Grunde geht es vielen Menschen gut. Der lineare Lebenslauf ist gefüllt mit Stationen, Karrierewendepunkten, dem Aufbau von etwas – finanziell, familiär, materiell. Und doch beginnen immer mehr Menschen an diesem Linearen zu zweifeln. Sie suchen nach neuen Wegen, nach mehr Sinn, etwas grösseren im materiellen, spirituellen.
Bei mir war es ein schleichender Prozess. Ein diffuses Gefühl, das sich langsam aufgebaut hat: War’s das jetzt? Beruflich gefestigt, aber innerlich unglücklich – nicht gefordert und kaum gefördert. Privat hatte ich mein Glück nicht gefunden und war umgeben von Menschen, die begannen, Kind, Haus und den traditionellen Weg abzuhaken. Draußen veränderte sich etwas. Und gleichzeitig auch in mir selbst – was wie in mir ein inneres Aufräumkommando anfing alles auf links zu drehen.

Ich sprach in der Zeit mit vertrauten Menschen. Alle hörten liebevoll zu – und alle sagten mir dasselbe: Das geht uns allen mal so. Das geht vorbei. Nur war das für mich keine Antwort. Es war ein Startschuss. Für etwas, das ich nicht verstand und von dem ich nicht wusste, wo es mich hinführen würde. Wie eine Wüstensafari – man fährt rein, es geht auf und ab, und es macht den Anschein, als käme man nirgends raus. Man dürstet nach etwas, das einen erfrischt statt ausbrennt.
Ich war gelangweilt. Vom Oberflächlichen. Vom schnellen Befriedigen und sofortigen Erledigen. Denn wenn wir ehrlich sind: Wir sind Sinnwesen. Tiefe Sinne treiben uns an. Klar, das nächste Paar Schuhe macht kurzfristig Freude – aber was dann? Auf zum nächsten Paar?
Sinnreise mit Knoten im Kopf
Mit allen Sinnen rein – nicht in das, was im TV oder auf Social Media passiert, sondern in das vielleicht wichtigste Gebiet überhaupt: das eigene Leben, das Innenleben, das vergangene das zukünftige.
Anstatt nach außen zu zeigen und anderen die Schuld am eigenen Zustand zu geben, beginnt man irgendwann, sich andere Fragen zu stellen. Anderes zu lesen. Anderes anzuzuhören. Anders zu denken. Gefühle da sein zu lassen statt zu ignorieren.
Und dann passiert etwas Merkwürdiges: Knoten lösen sich. Im Kopf. Im Körper. Es wird nicht leichter – aber es befreit sich etwas, das man nicht in Worte fassen kann. Und wer einmal weiß, wie es sich anfühlt, wenn ein Knoten sich löst, will nicht mehr zurück an den Punkt, wo er sich immer fester zog.
Auf dieser inneren Reise weht einem immer wieder der Wind aus der Vergangenheit ins Gesicht. Aber es kommt auch immer wieder eine neue Brise entgegen. Ziele, die plötzlich auftauchen. Wünsche, die lange versteckt waren. Klare Grenzen, die sich formen. Man beginnt, die eigenen Erwartungen an sich selbst zu hinterfragen – anstatt nur die der anderen zu erfüllen.
Es macht plötzlich Sinn, Tränen fließen zu lassen, die jahrelang unter Deck festgehalten wurden. Ralph Riedel hat das einmal so schön formuliert: „Das Loch im Herzen, das mit ungeweinten Tränen befüllt ist.“
Es macht plötzlich Sinn, bestimmte Gespräche nicht mehr zu führen. Menschen aus dem Weg zu gehen, die einen ständig mit eigenen Dramen überhäuften – aber keine Zeit hatten, wenn es um einen selbst ging. Sinn zu finden ist wie Knoten lösen. Man ist vielleicht zerstreuter als vorher. Aber es weht ein anderer Wind.
Die verflixte Sinnfrage
Als ich damals begann, tiefer in das einzutauchen, was mich wirklich beschäftigte, war ich überrascht. Von mir selbst. Von der Erkenntnis: Ich habe viel erreicht – und stecke trotzdem in etwas fest, das mich nicht fördert, sondern im Eintönigen fordert. Ich war beschäftigt. Aber wichtige Fragen waren mir fremd.
Was sind wichtige Fragen? Das sieht für jeden anders aus. Aber sie starten fast immer mit demselben Gefühl: Ich will etwas ändern, weil sich dieser Zustand nicht richtig anfühlt.
Welche Fragen könnte man sich stellen? Du findest hier eine kleine Auswahl, zum lesen und wirken lassen:
33 Fragen zu dir selbst
Nimm dir einen Moment – nur für dich.
Und weil dieser Status Quo unbequem ist, konsumieren wir. Lenken uns ab. Füllen die Leere mit dem Nächsten. Nur klärt das den Nebel nicht. Es macht ihn manchmal sogar dichter – bis zu dem Punkt, wo man verzweifelt zurückrudert und wieder bei sich selbst anfängt.
Und dann kommt sie, die große Frage nach dem Sinn - interessanterweise denken wir dabei fast immer ans Große. An die eine Berufung. Den einen großen Zweck. Dabei übersehen wir drei wichtige Dinge:
- Erstens: Sinn ist nicht unbedingt eine einzige Sache, sondern ein Gebilde aus vielen kleinen Momenten. Aus Alltäglichem. Aus scheinbar Banalem.
- Zweitens: Sinn braucht keinen Applaus. Es geht in erster Linie darum, dass du dich damit gut fühlst.
- Drittens: Wir erschaffen jeden Tag Sinn. Diese Fähigkeit haben wir – wir haben sie nur vergessen.
Zeit für eine Sinninventur
Vielleicht darf die Frage nach dem großen Sinn nicht ganz am Anfang stehen. Vielleicht darf sie sich von anderen Fragen begleiten lassen. Und von dem, was ich Sinninventur nenne. Eine Bestandsaufnahme von dem, was bereits sinnvoll ist – auch wenn man es gerade nicht sieht. Und die Frage, warum man es nicht sieht. Warum man es nicht fühlt - vielleicht ist das auch die wichtigste Frage nachdem fühlen.
Bevor wir umziehen, räumen wir auf. Bevor wir etwas Neues anschaffen, schauen wir, was da ist. Bevor wir einen neuen Lebensabschnitt beginnen, ziehen wir eine Bilanz. An vielen Stellen machen wir Inventur ganz selbstverständlich.
Warum also nicht auch hier – bevor wir uns auf die große Sinnsuche begeben – erst einmal schauen, was wir bereits alles getan haben oder tun, das Sinn ergibt?
🙂Daraus ist MEIN TOOL SINNINVENTUR entstanden, das du dir kostenlos als pdf und ohne E-Mail-Angabe direkt hier herunterladen kannst. Klicke einfach auf das Bild oder du findest auch HIER nochmal eine ausführliche Erklärung.

In dem pdf findest du zwei Aufgaben: zusammenzutragen, was du sinnvoll tust – warum du es tust, welches Gefühl es dir gibt und welchen Wert es hat. Daraus entsteht ein Sinnbild – etwas Sichtbares, das im Einzelnen erkennbar wird.
Von dort aus kannst du dich täglich damit beschäftigen, was echten Sinn ergeben hat. Nicht das, was die Sinne kurzfristig überreizt – sondern das, was wirklich erfüllt.
Für mich persönlich ist zum Beispiel das stundenlange Spazierengehen eine echte Sinnquelle. Warum? Weil ich meinem Körper etwas Gutes tue. Weil meine Gedanken sich dabei sortieren. Weil ich frischen Wind zwischen die Ohren bekomme, der Gehirnnebel löst. Weil es Freude, Neugier und Verbundenheit bringt. Eine sehr hohe Sinnqualität – für mich selbst.
Wenn du Lust hast, dein eigenes Sinnbild zu erschaffen, dann lade dir das PDF einfach herunter. Und wenn du regelmäßig frische Impulse zum Thema Sinn möchtest, trag dich gerne in meinen Newsletter ein – kein Spam, sondern ein bis zweimal im Monat knackige Gedanken und echten Austausch.
Ich freue mich sehr über einen Kommentar oder einen direkten Austausch per E-Mail zum Thema Sinn.
Liebe Grüße,
Nicole


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