Werde dir deiner Werte bewusster – Mach den Test welche es sind
Hast du dich schonmal mit deinen Werten beschäftigt?
Als ich mich in meinen eigenen Prozess der persönlichen Weiterentwicklung begeben habe, war eines der ersten Dinge, die ich für mich erkannt habe die Werte, die ich im Leben habe. Inklusive der Erkenntnis, dass mir diese gar nicht bewusst waren, beziehungsweise dass ich sie gar nicht wirklich gelebt habe.
Werte können etwas Angelerntes sein, aus der Familie, dem Beruf, aus Erfahrungen, übernommen von anderen. Manche passen zu uns und bleiben, andere hinterfragen wir nie wirklich, und wieder andere entwickeln sich mit der Zeit oder verändern sich ganz bewusst. Werte sind also selten einfach da, um zu bleiben, sondern um sich zu entwickeln. Viele haben wir uns irgendwann angeeignet, ohne sie je bewusst hinterfragt zu haben, aber irgendwann beginnt der Prozess, diese kennenzulernen oder zu hinterfragen. Vorallem wenn man beginnt sich aktiver damit zu beschäftigen.
Warum es sich lohnt, die eigenen Werte zu kennen
Wenn man seine Werte kennt, kann das ein schönes Rahmenwerk bilden, um sich zu positionieren, sich zu orientieren, Grenzen zu setzen und Ziele zu definieren. Werte kann man auf die verschiedensten Arten neu entdecken, sei es mit Tests oder indem man sich einfach bewusst damit beschäftigt. Im Netz findet man dazu mit Sicherheit einiges an Material. Neben Übungen und Tests kann man diese auch aus eher unkonventionellen Konzepten wie der Astrologie herausziehen. Ich bin zum Beispiel Wassermann als Sternzeichen, und bekanntlich sind diese freiheitsliebend und kreativ, beides Dinge, die ich auf jeden Fall bestätigen kann und die mir auch wichtig sind. Aber das muss auch nicht immer stimmen, oder?
Meine Geschichte mit dem Wert Vertrauen
Für mich persönlich ist Vertrauen einer meiner wichtigsten Werte im Leben. Sobald ich das Gefühl habe, dass es verletzt oder sogar missbraucht wurde, und manchmal reicht dafür schon eine feine, subtile Ahnung, ziehe ich mich zurück. Kommentarlos, ohne Diskussion. Für mich gibt es da nichts zu verhandeln. Das mag vielleicht auch ein wenig hart klingen und so auch wirken, aber genau daran möchte ich zeigen, wie deutlich wir unsere Werte spüren können, auch ganz ohne Test, in dem Moment, in dem eine Situation uns damit konfrontiert.
Ein Beispiel: Ich hatte einer Person vertraut, dass sie sich in meiner Abwesenheit, während drei Wochen Urlaub, um meine Wohnung kümmert. Briefkasten leeren, Blumen gießen und so weiter. Doch ich musste feststellen, dass sie das nicht tat, obwohl ich ihr sogar mein Auto für die Zeit überlassen hatte, damit sie flexibler ist. Das ist mir zweimal passiert, und damit war für mich auch ganz klar: Ich löse mich aus dieser Verbindung und nutze mein Vertrauensbudget lieber für andere Menschen.
Werte sind individuell und verbinden sich miteinander
Werte können sehr individuell unterschiedlich ausgelegt werden oder auch kollektiv geteilt sein. Freiheit zum Beispiel kann für jeden etwas anderes bedeuten. Vielleicht geht es um finanzielle oder berufliche Freiheit, manchmal kann es auch ein innerliches Versprechen sein, den eigenen Gedanken immer Freiheit zu geben, egal welche es gerade sind. Das habe ich in den letzten Jahren immer wieder bei mir selbst festgestellt, und auch bei anderen: wie oft und wie unbewusst wir uns selbst Gedanken verbieten, anstatt einmal mit Neugierde draufzuschauen. Meistens sind sie ja da, um uns etwas mitzuteilen, oder? Das kann sehr offensichtlich sein oder auch eher ein Rätsel, das erst noch gelöst werden will.
Werte können sich auch ergänzen und miteinander verbinden. In meinem Fall ist es das Abenteuer, das irgendwie auch die Freiheit mit beinhaltet. Und bei Abenteuer muss es jetzt nicht gleich eine Expedition sein, es kann auch einfach das Experimentieren mit neuen Ideen sein, vielleicht Projekte, die man gerne startet, um immer wieder etwas Neues zu erschaffen.
Ein Prozess, kein Dogma
Werte zu kennen, zu definieren und mit ihnen zu experimentieren ist nichts Dogmatisches, sondern ein Prozess, vor allem, wenn man beginnt, wirklich damit zu arbeiten. Als ich selbst damit angefangen habe, ist mir immer wieder aufgefallen, wie viele Menschen ihre eigenen Werte gar nicht kennen und dann selbst darüber stolpern. Sie arbeiten unbewusst gegen ihre eigenen Werte und wundern sich, warum sie sich manchmal selbst nicht verstehen. So wie ich mit dem Vertrauen. Ich habe mich selbst sehr lange nicht verstanden. Und natürlich hängen Werte auch eng mit bestimmten Selbstgefühlen zusammen, Selbstwert, Selbstvertrauen und so weiter. Umso wichtiger ist es, sich damit zu beschäftigen, um auch unbequemen Situationen gegebenenfalls anders zu begegnen.
Man merkt schon: Werte sind vielleicht ein einfaches Wort, aber darunter verwurzeln sie sich zu einem Geflecht, zu einem Gespür für uns selbst, das uns auch eine Ahnung davon gibt, welche Ziele wir eigentlich haben, was man im Leben möchte oder nicht.
Werte gehen uns individuell etwas an, aber auch in Gemeinschaften, wie zum Beispiel auf der Arbeit. Was hat ein Unternehmen an Werten, und wie werden diese wirklich gelebt? Sie können an der Stelle vielleicht auch nur oberflächlich betrachtet und in der Tiefe nicht wirklich gelebt werden. Ich selbst habe das an so manchen Stellen bereits erlebt und fand es immer wieder schade zu erkennen: definierte und kommunizierte Werte sind wirklich gut und wichtig, aber der eigentliche Prozess ist, sie zu leben und weiterzugeben.
Wie kannst du deine Werte entdecken?
Was gibt es denn für Werte?
Ich habe mal ein paar Werte zusammengetragen. Vielleicht ist der eine oder andere für dich dabei, vielleicht fällt dir spontan noch einer ein, der fehlt (den darfst du mir auch gerne in den Kommentaren hinterlassen).
Im nächsten Abschnitt habe ich dir zwei Varianten zusammengestellt, wie du deine Werte finden kannst: analog oder digital.
Abenteuer · Achtsamkeit · Aktivität · Altruismus · Andersartigkeit · Anerkennung · Ansehen · Anstand · Aufmerksamkeit · Ausdauer · Authentizität · Balance · Barmherzigkeit · Begeisterung · Bescheidenheit · Besonnenheit · Bewusstheit · Bildung · Bindungsfähigkeit · Dankbarkeit · Demut · Durchsetzungskraft · Effektivität · Ehre · Ehrfurcht · Ehrlichkeit · Einsicht · Empathie · Entwicklung · Erfolg · Exzellenz · Fairness · Familie · Fantasie · Flexibilität · Fortschritt · Freiheit · Freude · Freundschaft · Frieden · Fürsorge · Gastfreundschaft · Geborgenheit · Geduld · Gelassenheit · Genügsamkeit · Genuss · Gerechtigkeit · Gesundheit · Gewissenhaftigkeit · Glaube · Großzügigkeit · Harmonie · Herausforderung · Hilfsbereitschaft · Hoffnung · Höflichkeit · Humor · Individualität · Innovation · Integrität · Intuition · Klarheit · Klugheit · Kompromissbereitschaft · Kontinuität · Kontrolle · Kreativität · Kritikfähigkeit · Leidenschaft · Leistung · Liebe · Loslösung · Mäßigung · Menschlichkeit · Mitgefühl · Motivation · Mut · Nachhaltigkeit · Nähe · Natürlichkeit · Neugier · Objektivität · Offenheit · Optimismus · Ordnung · Partizipation · Pflichtgefühl · Pragmatismus · Präsenz · Professionalität · Rationalität · Realismus · Resilienz · Respekt · Rücksichtnahme · Ruhe · Sanftmut · Selbstachtung · Selbstbeherrschung · Selbstbestimmung · Selbstdisziplin · Selbstfürsorge · Selbstvertrauen · Sicherheit · Solidarität · Sorgfalt · Spaß · Spiritualität · Tapferkeit · Teamgeist · Teilen · Toleranz · Transparenz · Treue · Unabhängigkeit · Verantwortung · Verbundenheit · Vergebung · Verlässlichkeit · Verständnis · Vertrauen · Vielfalt · Vitalität · Weisheit · Weitsicht · Weltoffenheit · Wertschätzung · Willenskraft · Wohlwollen · Work-Life-Balance · Zielstrebigkeit · Zufriedenheit · Zugehörigkeit · Zuneigung · Zusammenarbeit · Zuverlässigkeit
Zwei Möglichkeiten, deine Werte herauszufinden
Du hast jetzt zwei Möglichkeiten, deine wichtigsten Werte herauszufinden: den analogen Weg mit Schere und Papier, oder den digitalen mit meinem Test. Beide führen zum selben Ziel, nur der Weg dahin fühlt sich unterschiedlich an. Vielleicht magst du sogar beides ausprobieren und schauen, ob am Ende dieselben fünf Werte übrig bleiben.
Der analoge Weg: die Ausschneide-Übung
- Lade dir gerne Werte-Kärtchen (kostenfrei) herunter und drucke sie aus
- Schneide jedes Kärtchen einzeln aus
- Sortiere sie in zwei Stapel: wichtig und unwichtig
- Nimm dir den wichtigen Stapel vor und reduziere ihn weiter, so lange, bis nur noch fünf Werte übrig sind
- Halte bei jedem Aussortieren kurz inne und frag dich: Warum fällt mir das gerade leicht oder schwer?
Der digitale Weg: mein Werte-Test
Ich habe einen kleinen Test erschaffen, mit dem du deine derzeitigen fünf Werte herausfinden kannst. Am Ende von 41 Fragen bekommst du deine fünf Werte angezeigt, mit kleinen Impulsen und jeweils drei Reflexionsfragen, um dich näher mit ihnen zu beschäftigen.
Der Test ist völlig kostenfrei und unverbindlich, weil ich möchte, dass Menschen mehr mit sich selbst in Verbindung treten dürfen. Werte sollten nicht fehlen, und sie zu kennen kann vieles verändern, im Verstehen von sich selbst und darin, Grenzen zu setzen.
Lust deine Werte zu entdecken? Werde Werteforscher:in:
Beantworte nur 41 Fragen dazu und erhalte dein Ergebnis.
Das sind die Werte, die in deinen Antworten am stärksten sichtbar wurden. Lies sie dir in Ruhe durch – und prüfe, was davon stimmt sich für dich anfühlt.
Hinweis: Deine Antworten in diesem Quiz werden ausschließlich lokal in deinem Browser verarbeitet und nicht gespeichert oder übertragen. Trägst du am Ende deine E-Mail-Adresse ein, wird nur diese zur Zusendung deines Ergebnisses gespeichert und verarbeitet. Details dazu findest du in der Datenschutzerklärung.
Ich freu mich riesig, wenn du mir deine Erkenntnisse in den Kommentaren dalässt, was du für dich erkennen konntest, oder melde dich gerne für einen persönlichen Austausch per Mail oder für einen Plausch im Video-Call.
Liebe Grüße, Nicole
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