Die Suche nach dem Sinn braucht Neue Fragen
Was ist der Sinn des Lebens?
Viele stellen sich diese uralte Frage, und es gibt Filme, Menschen, Bücher, Tools und Methoden, die diese Frage aufgreifen. Als ich vor ein paar Jahren an dem Punkt war, an dem ich in eine Sinnkrise gefallen bin – heute würde ich das vielleicht anders bezeichnen, sowas wie Sinnverlust im Alten, Sinnverschiebung oder auch Sinnsneuausrichtung. Es war nicht so, dass es mich völlig niedergeschlagen hat, es gab auch keinen direkten Auslöser – es waren viele einzelne Punkte, die dann zusammengekommen sind – ich begann zu suchen, auch wenn ich nicht wusste, wonach.
Das hat mich auf eine Reise geschickt – heute sehe ich das so, als hätte ich ein Ticket gekauft, wäre in den Zug eingestiegen, ohne zu wissen, wo und wann man ggf. aussteigt – also irgendwo ankommt.
In diesem Beitrag möchte ich das doch sehr komplexe Thema Sinn versuchen, aus meiner Sicht zu beschreiben – und meinen Weg. Und ich will nicht sagen, dass ich den einen Sinn gefunden habe, und ich möchte auch bezweifeln, dass es den einen Sinn gibt. Sondern: Es gibt Sinnquellen – mehrere, die sich verändern. Aber es gibt etwas sehr Wichtiges: die Fähigkeit, Sinn zu erkennen und zu erschaffen. Und die besitzen wir alle. Vielleicht ist es nicht die Suche, sondern die einzelnen Momente, in denen man Sinn erkennt – auch wenn es nur von kurzer Dauer ist. Aber das vielleicht Wichtigste: Langfristig hält das Gefühl an.
Was ist Sinn?
Sinn, so wie ich es für mich verstanden habe, ist ein Antrieb, der einen etwas erreichen lassen möchte – und meist ist das objektiv betrachtet, aber es liegt immer etwas Subjektives darunter. Ein Gefühl – viele würden sagen – von Kohärenz, also Stimmigkeit mit dem, was man tut, wo man ist, was man erreicht, im Gleichklang zu sein.
Sinn wird auf vielen verschiedenen Ebenen betrachtet, und jeder hat sich mal tiefer damit beschäftigt oder nicht. Er wird psychologisch, spirituell und philosophisch betrachtet – bekannte Vertreter sind Viktor Frankl und Dr. Tatjana Schnell, um ein paar Namen zu nennen.
Jede Ebene oder Richtung ist ein Einstiegspunkt, um sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Dabei ist nicht das eine besser oder schlechter – aber es schafft immer einen Anker, um aus der verwirrenden Frage eine Landkarte zu machen und eine Richtung zu bekommen.
Sinn erschafft Bedeutung im Leben – für sich selbst, aber immer auch für andere. Bedeutung in kleinen, aber auch in großen Dingen. Was ich allerdings sehe – und so habe ich es auch für mich erlebt –, es wird etwas sehr Großes und Spektakuläres daraus gemacht. Die eine riesige Sache, die man noch nicht mal kennt, aber die einen bereits resignieren lässt, weil man das Ausmaß nicht kennt.
Aus diesem Grund ist mein Ansatz der Gedanke: Anstatt das große Ganze zu suchen, erstmal anzufangen, was einem bereits jetzt Sinn gibt.
Was verschafft einem denn Sinn?
Das ist eine interessante Frage, wie ich finde – die gleichzeitig die Frage aufwirft, warum das, was man bereits tut, nicht ausreicht. Und ich sehe das nicht als Schwäche, sondern als eine mega große Stärke, sich das einzugestehen und innerlich Stopp zu sagen: Moment mal, da ist ja schon was im Leben, was mir etwas gibt.
Daraus ist meine SinnInventur entstanden – mit der man erstmal eine Bestandsaufnahme macht von dem, was einem Sinn gibt, warum man das so sieht, welches Gefühl es vermittelt und auch welche Qualität es hat. Diese PDF kann man sich kostenfrei und ohne Mail-Angabe direkt herunterladen und für sich mal ausprobieren – es ist kein statisches Bild, es darf sich mit der Zeit entwickeln. Ich freu mich sehr über ein Feedback und einen Austausch zu dem Thema!
Was nämlich passiert: Man rutscht in einen Blick zu sich selbst, um zu sehen, was ist – um es zu feiern und dann zu schauen, was sich denn ändern darf.



Was sehe ich als sinnvoll an?
Diese Frage kann den Blick nach außen richten – denn man kann sich umschauen und zusammentragen, was man bei anderen als sinnvoll erachtet. Es versteckt sich oft im Mantel von: Das will ich auch haben, erreichen – und einen Antrieb zu bekommen. Ein wenig schwierig wird es dann, wenn man es hat und merkt: Das war’s nicht. Und das ist uns allen schon passiert.
In der Zeit, in der wir leben, werden wir oft zu Dingen verführt, bei denen es sinnvoll erscheint, Zeit, Geld usw. zu investieren. Und das ist kein Fehler – es ist ein Versuch, ein Gefühl zu erschaffen und zu halten. Aber gleichzeitig macht es uns blind für das, was wir haben.
Wir bewundern Menschen und wollen das auch – weil wir denken, es gibt Sinn oder eine Bedeutung im Leben. Es bewegt uns – aber ist es dann das, was wir wirklich wollen? Auch hier kann man sich die Frage stellen: Warum gibt mir das Sinn, auch wenn ich das noch nicht lebe oder habe? Welches Gefühl will ich erreichen, und welche Qualität erhoffe ich mir – für das oder auch für meinen gesamten Zustand?
Der sinnvolle Blick auf sich selbst
Ich bin wie viele Millennials in einer Zeit großgeworden, wo das, was heute normal ist – Digitalisierung, Globalisierung –, noch nicht in diesem Ausmaß vorhanden war. Wenig Ablenkungen, weniger Konsum, weniger Informationsflut, längere Wege für etwas.
Ich finde diese Zeit persönlich sehr spannend – auch die letzten Jahre – und sie hat sicher viele Annehmlichkeiten hervorgebracht. Es ist alles verfügbar und schnell, was Bedürfnisse stillen lässt. Aber was hat es mit Sinn gemacht? Oder nehmen wir mal die Sinne: Was hat es mit diesen gemacht? Riechen, Schmecken, Hören, Fühlen, Sehen – alles landet im Nervensystem und wird dann verarbeitet. Frage an dich: Was macht das mit uns?
Mein persönlicher Gedanke und auch meine Erfahrung: Wie will man Sinn finden, wenn die Sinne unter Dauerbeschallung sind? Und man sich nicht mehr bemühen muss, mehr davon zu bekommen, sondern es mittlerweile echte Mühe kostet, davon Abstand zu nehmen.

Deshalb hatte ich auch vor Jahren bereits begonnen, ab und zu einen digitalen Detox zu machen – mir selbst zuzuhören, also zu beobachten. Forscherin zu werden. Mich wahrzunehmen und immer wieder zu checken: Welche Infos kleben da noch so an mir? Vor allem die, die nicht mal meine sind – und wenn man ganz ehrlich ist, auch nicht zu einem gehören.
Bis heute denke ich über Dinge nach, bzw. kommen Gedanken, Reize usw. auf mich zu, wo ich mich dann selbst mal ermahnen darf.
Neulich war ich in einem Workshop, wo das auch erklärt wurde: Wir haben alle eine Reiz-Reaktions-Echo übernommen. Reize sind gesetzt und werden gleich mit einer Reaktion bedient. Aber ist es nicht so, dass Menschen zusehens davon ermüdet sind? Was dort erklärt wurde, ist das Prinzip Reiz – Raum – Reaktion. Bedeutet: Den Reiz wahrnehmen, sich stoppen und erstmal Raum schaffen – und dann ggf. reagieren. Man kann das sehr gut mit dem Handy testen: Wenn man den Drang verspürt, stoppen, aushalten und dann erst zugreifen – oder gar nicht.
Der Sinn kommt nicht von außen
Natürlich finden wir Dinge im Außen, die uns Sinn verschaffen – Bedeutung, Antrieb usw. Aber das Gefühl ist in uns. Genauso das Gefühl, wenn wir plötzlich entscheiden: Das macht keinen Sinn mehr – oder, wie ich das gerne nenne: wenig Sinnqualität.
Wenn wir Sinn verlieren und schon sinnlos sind, verschenken wir wertvolle Energie durch ein ständiges Suchen in kurzweiligen Dingen, die langfristig vielleicht nicht guttun. Und das sind oft Dinge im Außen.
Ich bin ein großer Fan von Fragen – vor allem jene, die vielleicht erstmal keine Antwort generieren, aber unbewusst geht bei uns ein Detektiv los und sucht. Das ist dann nichts mehr rein Rationales, Kognitives – sondern eher Emotionales, was da mit einbezogen wird.
Sinn ist auch etwas, was nicht für jeden sinnvoll ist. Bedeutet: Nur weil andere das nicht so sehen, kann es für einen selbst keinen Sinn mehr ergeben – und man zieht sich zurück aus der Bedienung einer Erwartung. Ich fasse das für mich gerne so zusammen: Mein Richtig ist nicht das Richtig der anderen. Und hier kommen wir in Ebenen, die viel mit sich selbst und der inneren Stimme zu tun haben – weg vom Reiz, hin zu: Moment mal.
Fragen zum Schluss – für sinnlose Momente
Zum Schluss dieses Beitrages möchte ich ein paar Fragen mitgeben – für die Momente, in denen man sich wieder sinnlos fühlt und gewohnten, vielleicht unbewussten Muster folgt, um eine entstehende Stille zu vermeiden. Die gar keine Stille ist, sondern Raum – um Gedanken neu zu verknüpfen.
Scroll dich gerne durch und lass sie wirken – oder nimm sie mit auf einen Spaziergang.
13 Sinn-Impulse
Lass die Frage wirken – ohne sofort zu antworten.
Noch ein paar Gedanken zum Schluss – weil Sinn selten mit einer Frage endet. :)
Ich gehöre zur Generation der Millennials und wir üben einen Dauerspagat zwischen den Werten und Vorstellungen unserer Vorfahren und dem, von dem wir nicht wissen, was auf uns zukommt. Damit erschaffen wir gefühlt tausend Baustellen: Wir müssen für unser Alter am besten selbst vorsorgen, ständige schlechte Nachrichten, Krisen auf allen Ebenen der Gesellschaft – dann werden Verbindungen und Partnerschaften beendet oder beginnen erst gar nicht. Berufliche Unzufriedenheit aus unterschiedlichen Gründen. Und dann fühlt man sich zunehmend allein – und man sucht oder hält es irgendwie aus.
Ich kenne dieses Gefühl – und ich begann mir andere Fragen zu stellen.
Einer meiner Mentoren sagt immer: Die Fragen sind wichtiger als die Antworten!
Bedeutet: Wir müssen keine Antworten finden – sie entstehen, indem die Frage gestellt ist. Und oft bewegen wir uns dann plötzlich anders.
Weitere Fragen findest du auf meinem YouTube-Kanal – dort habe ich Audio-Sessions zur Verfügung gestellt, mit Affirmationen und Afformationen (also Fragen). Überall anzuhören – aber sinnanregend.
Ich freue mich riesig, wenn wir in einen Austausch kommen, wenn dich das Thema interessiert. Teile gerne auch in den Kommentaren welche Frage du am besten findest - und lade dir unbedingt mein frei zugängliches pdf herunter.
Ich bin eine Sinnsuchende – aber mit dem Bewusstsein, dass ich jeden Tag bereits Sinn erschaffe, auch wenn's keinen Applaus gibt. 🙂
Liebe Grüße, Nicole
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