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Rauhnächte vorbereiten: Ideen, Rituale und eine Checkliste für die Zeit zwischen den Jahren

Wie nutzt du die Rauhnächte? Wie nutzt du die Zeit zwischen den Jahren?

Historisch betrachtet sind die Rauhnächte regional sehr unterschiedlich. In Bayern werden beispielsweise die zwölf Nächte vom Heiligen Abend bis zum Dreikönigstag gezählt, wohingegen es in Österreich je nach Region drei bis zwölf Nächte gibt. Und neben den unterschiedlichen Tagen gibt es auch die verschiedensten Bräuche und Rituale. Manche sind traditionell, andere modern und manche vielleicht auch etwas ungewöhnlich. Dazu gehören zum Beispiel das Räuchern, Orakel und das sogenannte Losen, Perchten, die Wilde Jagd und das bekannte Wäsche Tabu.

In den letzten Jahren habe ich mich immer auf diese Zeit zwischen dem 24.12. und dem 06.01. gefreut. Mittlerweile nutze ich auch die eher unbekannteren Sperrnächte, um auf das vergangene Jahr zu schauen und einen inneren Ausblick auf das kommende Jahr zu erschaffen. Daraus ist mittlerweile ein kleines Programm entstanden, inklusive eines Fragentests, mit dem du deinen ganz persönlichen Jahreswechselmodus herausfinden kannst. Kostenfrei. Den Link findest du am Ende des Beitrages.

In diesem Beitrag selbst möchte ich ein paar Ideen teilen, wie du dich direkt auf die Rauhnächte vorbereiten kannst. Das kannst du bereits im November tun, kurz vor Weihnachten oder auch während der Sperrnächte. Es geht dabei nicht darum, möglichst viele Punkte abzuhaken. Vielmehr kannst du schauen, was dich gerade anspricht und was dir dabei hilft, bewusster in die Zeit zwischen den Jahren zu starten.

seinen persönlichen Jahresabschluss vorbereiten

1. Dinge bewusst zurückgeben, Aufräumen

Neben ausgeliehenen Gegenständen kannst du die Vorbereitung als „Alles an seinen Platz bringen“ verstehen:

Übung:

Du kannst dir zu Beginn drei Listen anlegen und notieren, was noch zu erledigen ist. Ganz nach dem Motto:

Behalten
Abschließen
Loslassen

Dabei musst du nicht alles bis zum Jahresende schaffen. Für Dinge, die nicht mehr in diesem Jahr erledigt werden können, kannst du bewusst einen Termin im neuen Jahr festlegen. So musst du sie nicht gedanklich die ganze Zeit mit dir herumtragen.

1.1 Digitale Vorbereitung

Neben unserer analogen Welt ist auch über die Jahre eine digitale entstanden, bei dem einen mehr und bei dem anderen weniger. Aber auch dort sammeln sich unzählige Dateien und Erinnerungen an, die gerne einmal gesichtet und sortiert werden dürfen.

KI-generiertes Bild: Rückblick auf das vergangene Jahr

Übung: Erstelle einen Ordner „Mein Jahr 20..“ und lege dort hinein:

So entsteht dein persönliches digitales Jahresarchiv, auf das du immer wieder zugreifen kannst. Wenn du selbst einen Blog hast, kannst du daraus auch einen Blogbeitrag erstellen oder ein kleines Video für Instagram oder YouTube machen.

2. Das Zuhause als Übergang vorbereiten

Traditionell wurde in der Zeit vor und während der Rauhnächte Haus und Hof beziehungsweise der Stall ausgeräuchert. Auch das Aufräumen und Weglegen von Dingen, die nicht mehr benötigt werden, kann heute ein schöner Teil der Vorbereitung sein. Das Räuchern gehört zu den besonders verbreiteten Bräuchen rund um die Rauhnächte.

Daraus lassen sich moderne Vorbereitungsrituale entwickeln:

Schönes Ritual: Gehe einmal bewusst durch alle Räume und frage dich:

„Wie soll sich dieser Raum im kommenden Jahr anfühlen?“

Nicht:Was muss ich noch putzen?

Sondern: Welche Atmosphäre möchte ich hier schaffen?

Vielleicht möchtest du danach in jedem Raum nur eine kleine Sache verändern. Eine Pflanze umstellen, etwas aussortieren, ein Bild aufhängen oder einen Gegenstand bewusst an einen neuen Platz stellen.

3. Räuchermischungen und Räucherwerk

Früher wurden nicht nur die Wohnräume sondern auch die Ställe geräuchert.
Wenn man das räuchern mag, dann gerne auch nutzen oder mal ausprobieren. Es gibt die verschiedensten fertigen Mischungen oder man kann es auch selbst zusammenstellen. Beispiele:

Hinweis: Räuchern ist ein Brauch beziehungsweise Ritual und keine medizinische oder energetisch belegte Reinigung. Außerdem sollte wegen Rauchmeldern, Haustieren, Kindern und der Brandgefahr vorsichtig geräuchert und danach immer gut gelüftet werden.

Wenn du das Räuchern nicht magst, aber Düfte gerne nutzt, kannst du natürlich auch Duftkerzen oder Duftöle verwenden.

4. Orakel vorbereiten – aber nicht nur Tarot

Neben Tarot und Orakelkarten können auch andere Formen des „Losens“ genutzt werden. Historisch gab es beispielsweise das Losen, bei dem durch bewusstes Hinhören versucht wurde, Hinweise auf die Zukunft zu erhalten.

Moderne Varianten:

Dabei muss es gar nicht darum gehen, die Zukunft vorherzusagen. Du kannst die jeweilige Antwort auch einfach als Impuls nehmen und dich fragen:

„Was löst dieses Wort, dieses Bild oder dieser Satz in mir aus?“

Manchmal sagt uns die eigene Reaktion darauf mehr als die eigentliche Antwort aus dem Kopf.

KI-generiertes Bild: Statt steifen Orakeln – lockeres Losen

5. Das 13-Wünsche-Ritual vorbereiten

Das 13 Wünsche Ritual gehört für viele Menschen zu den bekanntesten Rauhnachtsritualen. Vor den Rauhnächten ab dem 24.12. schreibst du deine Wünsche auf kleine Zettel, die dann während der einzelnen Rauhnächte verbrannt werden.

• 13 Wünsche auf 13 kleine Zettel schreiben und möglichst in Gegenwartsform formulieren
• jeden Zettel gleich falten
• alle Zettel mischen
• in ein Gefäß geben
• in jeder Rauhnacht einen Zettel ziehen und ungeöffnet verbrennen
• der 13. Wunsch bleibt übrig und darf am Ende gelesen werden

Die Idee dahinter:

12 Wünsche gebe ich symbolisch ab.

Um einen kümmere ich mich selbst.

Du kannst deine Wünsche dabei ganz frei formulieren. Es muss keine klassische Wunschliste sein. Vielleicht geht es um ein Gefühl, eine Erfahrung, eine Beziehung, eine Veränderung oder etwas, das du in deinem Leben wachsen lassen möchtest. Um einen kümmere ich mich selbst.

6. Rückblick auf das vergangene Jahr

In der Zeit der Rauhnächte kannst du dir jeden Abend einen Monat des vergangenen Jahres noch einmal anschauen und darüber reflektieren. Du kannst dir Fragen dazu stellen, bewusst etwas feiern oder etwas gehen lassen. Als Vorbereitung kannst du bereits die einzelnen Monate durchgehen und dafür deine Notizen, E Mails, Fotos oder andere Erinnerungen zur Hand nehmen.

Für jeden Monat kannst du dir beispielsweise notieren:

Eine schöne Übung ist, wenn du dich intensiv mit einem Monat beschäftigt hast, ihm einen Titel zu geben. Frage dich:

„Wenn dieser Monat ein Kapitel wäre, wie würde es heißen?“

So entsteht mit der Zeit der Eindruck, dass sich dein Jahr wie ein Buch zusammensetzt und du deine eigene Geschichte noch einmal bewusst betrachtest.

6.1 Schublade des vergangenen Jahres

Vielleicht gibt es auch Gegenstände, die dich an das vergangene Jahr erinnern und die du bereits in einer kleinen Kiste, Schublade oder Schale zusammentragen kannst. Während der Rauhnächte können sie dann als optischer Anker dienen.

Darin kannst du sammeln wie:

Alles, was dein Jahr symbolisiert, darf dort seinen Platz finden. In den Rauhnächten kannst du dann einzelne Stücke herausnehmen und die Geschichte dazu aufschreiben.

Welche Erinnerung steckt in diesem Gegenstand?

Was hat dieser Moment mit meinem Jahr zu tun?

Vielleicht stellst du am Ende fest, dass gerade die kleinen Dinge die schönsten Geschichten erzählen.

KI-generiertes Bild: Stelle dir deine Nostalgie-Kiste zusammen

7. Das berühmte Wäsche-Tabu

Früher aber auch noch heute wird in verschiedenen Regionen wurde bzw. wird erzählt, dass zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche aufgehängt werden sollte, weil sich die Wilde Jagd (Geister, Wesen) darin verfangen könne.

Du könntest daraus eine moderne Variante machen:

„Meine letzte Wäsche des Jahres“

An den Tagen vor Beginn der Rauhnächte:

Und danach symbolisch sagen:

„Die Wäsche ist gemacht. Jetzt darf das alte Jahr ruhen.“

Das ist gleichzeitig praktisch und augenzwinkernd.

8. Perchten & Wilde Jagd

Wenn du dich gerne mit alten Bräuchen beschäftigst, kannst du dich rund um die Rauhnächte auch mit den Geschichten und Figuren beschäftigen, die in verschiedenen Regionen überliefert sind. Besonders spannend sind die Perchten und die Wilde Jagd, die vor allem im österreichischen und voralpinen Raum eine Rolle spielen.

Du kannst dir zum Beispiel Bilder von traditionellen Masken anschauen, Geschichten lesen oder, wenn es bei dir in der Region einen gibt, einen Perchtenlauf besuchen..

Percht / Perchten

Wilde Jagd

Du kannst das Ganze aber auch für dich persönlich übersetzen und dich fragen:„Welche alten Muster möchte ich aus meinem Leben vertreiben?“

9. Einen Jahresbaum oder Zweig vorbereiten

Die Tradition der Barbarazweige passt hervorragend dazu: Am 4. Dezember werden traditionell Obstbaumzweige geschnitten; wenn sie zu Weihnachten blühen, gilt das als gutes Zeichen.

Modern könntest du daraus auch folgende machen, frei nach dem Motto Mein Jahreszweig. Einen Zweig in eine Vase stellen und während der Rauhnächte kleine Zettel daran befestigen:

Am Ende entsteht ein Wunschbaum für das neue Jahr.

(D)ein „Rauhnachts-Kit“ packen

Du hast jetzt ein paar Ideen bekommen, wie du die Zeit zwischen den Jahren gut vorbereiten kannst. Erstelle Dir gerne daraus dein eigenes Rauhnachtskit, hake ab was erledigt ist, schreibe auf was du noch machen möchtest.

Bsp.:
☐ Rauhnachtsbuch
☐ Lieblingsstift
☐ Kerzen
☐ Streichhölzer/Feuerzeug
☐ Räucherschale
☐ Räucherwerk
☐ Tarot-/Orakelkarten
☐ 13 Wunschzettel
☐ kleine Schale für Zettel
☐ Decke
☐ Lieblingstee
☐ Lieblingsbecher
☐ Musik/Playlist
☐ Fotos des vergangenen Jahres
☐ Kalender
☐ Zeitschriften
☐ Schere & Kleber
☐ Naturmaterialien
☐ persönlicher Gegenstand

Ich habe eine pdf erstellt, welche du gerne dafür nutzen kannst.
-> kostenlos herunterladen & nutzen

KI-generiertes Bild: Erstelle dir dein eigenen Rauhnachts-Kit für davor und mittendrin

Verliere dich nicht im Vorbereiten

Vielleicht hast du beim Lesen schon einige Dinge gefunden, die du vor den Rauhnächten noch erledigen möchtest. Vielleicht möchtest du aber auch gar keine große Liste abarbeiten. Und das ist völlig in Ordnung.

Die Vorbereitung auf die Rauhnächte muss kein weiteres Projekt zum Jahresende werden. Du musst nicht alles aufräumen, alle Rituale vorbereiten und dein gesamtes vergangenes Jahr bis ins kleinste Detail analysieren. Vielleicht reicht es, einen Abend freizuhalten. Eine Schublade aufzuräumen. Ein paar Fotos anzuschauen. Eine Kerze anzuzünden. Oder einfach einmal innezuhalten und dich zu fragen:

„Was möchte ich aus diesem Jahr mitnehmen und was darf hierbleiben?“

Genau darum geht es für mich bei der Zeit zwischen den Jahren. Nicht darum, alles richtig zu machen, sondern bewusster wahrzunehmen, wo du gerade stehst und was du brauchst.

Meine Jahresendbegleitung für dich

Wenn du dir dabei ein wenig Begleitung wünschst, habe ich etwas für dich vorbereitet – ein Geschenk! Über die Sperrnächte und Rauhnächte begleite ich dich mit kleinen Impulsen, Fragen und Übungen durch diese besondere Zeit. Du kannst dabei zurückblicken, Dinge abschließen, loslassen und gleichzeitig einen Blick auf das kommende Jahr werfen.

Dazu haben ein Quiz erstellt – mit ein paar Fragen erhältst du deinen Jahreswechselmodus und du kannst dir anschließend noch deinen Jahreswechsel-Begleiter herunterladen. Dieser führt Dich genau durch diese Zeit.
Völlig kostenfrei & unverbindlich – ich möchte das Menschen diese Zeit für sich so gut wie möglich nutzen – Loslassen und neue Ziele setzen.

Ich freue mich sehr, wenn du Lust hast, dich auf diese besondere Zeit einzulassen und dich für deine Zeit zwischen den Jahren von mir begleiten zu lassen. Vielleicht musst du dafür gar nicht so viel vorbereiten. Vielleicht reicht ein bisschen Raum.

Für dich.

Für das vergangene Jahr.

Und für das, was kommen darf.

Liebe Grüsse,
Nicole

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