Von der Komfortzone zur Selbstliebe: Eine Forschungsreise ZUR Selbstbeziehung
Beziehungsstatus: Beobachtung!
Als ich vor ein paar Jahren meinen bewussteren persönlichen Einstieg in die persönliche Weiterentwicklung startete, war mir das Ausmaß nicht bewusst – und vielleicht war das auch gut so, sonst hätte ich vielleicht gar nicht erst angefangen? Unbequeme Fragen, unbequeme Gefühle und unbequeme Wahrheiten, die mich durchschüttelten.
Und viele Menschen beginnen aus ihren Komfortzonen auszutreten und sich Unbequemlichkeiten zu stellen – jeder auf seine Art und Weise und in seinem Tempo. Und auch wenn viele an verschiedenen Stellen stehen: Kollektiv gesehen stehen wir an einem gewissen Wendepunkt. Überfordert, überlastet, genervt und orientierungslos – das sind einige Anzeichen dafür, dass vielleicht Altes gehen darf, was für eine Zeit getragen hat, aber der Zeit nun genug getrotzt hat. Die Fragen sind nur: Wo fängt man an und wo hört man auf?
Meine Antwort: Bei sich selbst fängt man an!
Ich habe lange immer bei anderen die Schuld gesucht, mich in einen „Opferstatus“ begeben, überwiegend gewartet, gleichzeitig gemacht und gemacht und gemacht – und so wirklich hat sich selten ein Gefühl eingestellt von „Das war ein Erfolg, jetzt wurde endlich mal was erreicht“. Viele kennen das: dieses Tun und Machen, aber immer das Gefühl, keinen Abschluss zu finden und auch weniger gesehen zu werden, keine Wertschätzung zu bekommen und sich im Alltagsrauschen zu verlieren.
Vor ein paar Jahren begann ich, meinen inneren Kompass erstmal zu mir zu drehen, anstatt nach außen zu richten und gegebenenfalls etwas nachzurennen, was vielleicht das ist, was ich wollte – aber nicht mehr zu fragen, ob ich das brauchte, beziehungsweise mein Brauchen überging und faule Kompromisse einging.
Warum Selbstbeziehung der Schlüssel zu echtem Wachstum ist.
Wir Menschen sind hochkomplexe Wesen, und umso älter wir werden, wird das irgendwie auch immer mehr. Und das ist alles richtig und wichtig – nur dürfen wir uns selbst und auch anderen die Zeit geben, ab und an sich zu sammeln und in seine Tiefen einzutauchen, um sich selbst zu erforschen. Es ist etwas Besonderes, seine Selbstbeziehung zu verändern und dabei die Selbstkommunikation, Selbstfürsorge und Wahrnehmung zu erforschen, um von dort aus ganz neue Erkenntnisse über sich zu gewinnen und dann auch sein „Äußeres“ anders zu betrachten.
In diesem Beitrag erzähle ich von meiner Forschungsreise und mein Bewusstsein zu meiner Selbstbeziehung, was in meinen Augen wichtig ist und auch was es für Erkenntnisse bringen kann.
Von der Komfortzone zur Selbstforschung: Meine eigene innere Arbeit
Wenn man an einem Punkt ist, wo man denkt, dass das Feststecken in der sogenannten Komfortzone eher anstrengender wird, beginnt man auf die Suche zu gehen. Eine bewusstere Suche – nicht nach Ablenkung, sondern nach Antworten und Lösungen.
Ich habe mir an vielen Stellen Unterstützung geholt – in Form von Medien, Kursen und Events – um mich wieder besser zu verstehen und einen Einstieg zu finden. Denn es gab unteranderen die Erkenntnis: Ich kann nicht überwiegend dem „Außen“ die Schuld geben und mich dann eher davon aufhalten lassen. Zu verstehen, warum das, was ich mir wünsche, wenig bis gar nicht in Resonanz mit mir geht und Realität wird. Wie zum Beispiel: einen Partner finden und weniger geghostet zu werden, beruflich sein Bestes zu geben, aber gleichzeitig immer unglücklicher zu werden. Und dieser tiefen inneren Frage nach „War’s das jetzt – bleibt das jetzt wirklich alles so?“ und einem wachsenden diffusen Gefühl von „Das ist nicht richtig, wie es läuft – existiere oder überlebe ich nur?“

Viele Menschen kennen solch einen Punkt – entweder aufgeladen durch ganz viele kleine Momente zu einem bekannten dem Tropfen der das Fass zum Überlaufen braucht, oder sehr intensiven Ereignissen.
Ja nachdem führt das Menschen auf andere Gedanken, andere Entscheidungen oder auch zunächst in Sinnkrisen.
*An der Stelle der Hinweis: Wenn man merkt, man sollte sich professionelle Unterstützung holen dann möchte ich hier an dieser Stelle Mut machen dies auch zutun.
Bei mir waren es einige verschiedene Punkte die sich zu einem grossen sozusagengesetzt haben. Ich habe innere kleine Stimmen lange überhört, bis es nicht aufhören wollte. Anstatt im Außen zu sein, zog ich mich immer mehr zu mir zurück. Ich begann zu beobachten, was ich so machte, was ich fühlte und dachte. Immer mehr und mehr, Schritt für Schritt. Ein Prozess startete und wurde immer intensiver. Aus dieser Jahrelange „Beobachtung“ habe ich für mich die verschiedensten Einstiegspunkte gefunden, welche man immer wieder für sich mal prüfen kann.
Meine kostenfreie pdf-Vorlage: Erinnere Dich an Dich unterstützt dabei die Beobachterrolle einzunehmen und seine Selbstkommunikation, Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge regelmässig für paar Augenblicken zu reflektieren.
Wie äußere Einflüsse unser Inneres Beeinflussen
Durch die Lockdown-Zeit waren viele gezwungen, sich sehr viel mit sich zu beschäftigen – ich kenne viele, die das echt gut fanden. Mal abgeschottet zu sein und mal Ruhe für sich zu haben. Erst neulich hatte ich ein Gespräch mit einer Person, die sonst auch nur ständig unterwegs war, essen gegangen ist, ständig auf ihr Äußeres, ihr Gewicht usw. geachtet hatte – viel im Außen. Durch die Corona-Zeit begann sie selbst zu kochen, sich mit sich zu beschäftigen und Neues zu lernen. Sie begann anders zu denken, zu fühlen und zu handeln und sich auch vieles zu hinterfragen, auch rückwirkend wie warum sie an gewissen Sachen so gehangen hatte.
Aber auch wenn die Corona-Zeit uns wieder bei uns hat landen lassen und die Technologie auf ein neues Level gebracht hat, besteht jetzt wieder eine Gefahr, uns wieder zu verlieren. Denn wir haben uns an das Online gewöhnt – all die Geräte, die Kanäle und diese ständige Ablenkung von uns selbst. Jetzt kommt auch KI noch mehr auf – nicht nur in kleinen Häppchen, sondern in richtigen Wellen, und das Ausmaß kann noch keiner abschätzen. Es wird noch künstlicher, aber auch erschreckend realistischer. Bereits heute kann man manchmal kaum erkennen, ob es echt ist in Bild und Ton. Es ist teilweise wirklich unterhaltsam, aber auch befremdlich zugleich.
Neben der Digitalisierung machen natürlich auch Menschen etwas mit uns. Vor allem derzeit merkt man es immer mehr, wie Menschen dünnhäutiger geworden sind, überreizt, und versuchen, sich neben dem Druck und der Leistung durch die Ablenkung von Überkonsum in allen möglichen Formen zu stillen. Aber hilft uns das wirklich weiter?
Aus meiner Erfahrung heraus: Je mehr wir uns im Außen von uns selbst ablenken wollen, anstatt vielleicht mal tiefere Fragen zu stellen, umso anfälliger sind wir für alles, was uns noch mehr konsumieren lässt in jeglicher Form. Es wird nach immer mehr und mehr gesucht, weil digitales uns kurze Shots gibt, aber langfristig weniger nährt. Gleichzeitig entfremden wir uns von unseren Wünschen, Bedürfnissen und Gedanken und einem Gespür dafür, was wir wirklich wollen und nicht was uns beigebracht uns damit zu beschäftigen.
Ablenkungen in den verschiedensten Formen sind wichtig – die Dosis machtes.
Und auch wenn ich hier überwiegend von der digitalen Ablenkung schreiben, kann sich das auch auf viele andere Dinge beziehen.
Vielleicht möchtest du für dich mal folgende Fragen mitnehmen:
– Fühlst du dich in deiner Umgebung wohl wo du bist?
– Bist du überwiegend mit anderen Beschäftigt?
– Wie nutzvoll nutzt du deine Zeit?
– Welche Informationen sind schwer „verdaulich“ aber du konsumierst sie immer wieder?
– Wenn du dich über Dinge, Menschen usw. aufregst, bringt dich das längerfristig weiter?
Gedankenhygiene: Wie bewusstes Denken das Leben verändert
Ob wir unseren Gedanken manchmal folgen können oder nicht, spielt keine Rolle – sondern das, was wir daraus entstehen lassen können, beziehungsweise was wir daraus machen, wie wir uns damit fühlen.
Natürlich sind unsere Gedanken wichtig, und unser Verstand ist ein Filtermechanismus, der auch einiges berechtigt oder unberechtigterweise herausfiltert und uns nur die Häppchen dalässt, die wir dann gedanklich verdauen können. Allerdings ist auch wichtig zu verstehen – wir „verarbeiten“ Informationen ja auch nicht nur mit Gedanken sondern mit all unseren Sinnesorganen.
Als ich begann, meine Gedanken sichtbarer zu machen – durch das Aufschreiben, anstatt diese ausschließlich in meinem Kopf kreisen zu lassen – begann für mich eine Möglichkeit des Ausdrucks und ein Verständnis dafür, was ich da so in meinem Kopf kreiste. Ich begann nicht nur die schönen Dinge aufzuschreiben, sondern wirklich mal zu erkennen, was ich denke – auch in negativen Sinne. Gleichzeitig verstand ich auch: Was wir wegdrücken, wird immer stärker, und das gilt auch für Gedanken. Wenn ich gewisse wegdrücke und versuche zu ignorieren, sind sie nicht weg – sie werden stärker, vor allem in Kombination mit Gefühlen.
Gedanken dürfen ab und an mal zu Ende gedacht werden, ausgesprochen oder es darf ein Ausdruck dafür gefunden werden. Gedanken haben alle Farben, die es gibt, und das ist gut so. Gedanken dürfen auch mal fallen und neu entstehen, wie die Blätter an Bäumen. Gedanken sind im eigenen Kopf und dürfen gedacht werden – auch wenn man sich dafür schämen mag. Gedanken sind der individuellste und wunderschönste Prozess, den wir Menschen in uns haben – mystisch und fantastisch zugleich. Es bedarf auch Mut, Gedanken zu denken, die man nicht will oder von denen man denkt, dass andere das für verrückt halten könnten. Aber ich habe neulich auch zu einer Klientin gesagt: Du darfst alles denken, was da ist – es ist dein Kopf und dein gutes Recht. Deine Verurteilungen darfst du der Neugierde darüber weichen lassen, was du denkst, und anstatt dich zu verurteilen zu sagen: Wie interessant, was ich da so denke.
Gedanken sind wie kleine Kinder: Sie gehen dir so lange auf die Nerven, bis du ihnen Aufmerksamkeit schenkst – nicht um an ihnen hängen zu bleiben, sondern Interesse zu zeigen. Gilt übrigens auch für Erwachsene – manche nerven einen so lange, bis du Interesse gezeigt hast.
Ich hatte ganz lange das Gefühl, dass meine Gedankenwelt niemanden interessiert, ich mich nicht ausdrücken kann, dass ich nicht verstanden werde. Aber es ist mein eigenes Forschungsgebiet, zu dem in erster Linie ich Zugriff habe und niemand anderes – die Selbstkommunikation, die dadurch entsteht, ist wirklich interessant. Und wenn man erkennt, was man so denkt, ohne sich dafür zu verurteilen oder zu schämen, kann das ein Antrieb sein, einen Ausdruck zu erschaffen. Ich war zu Beginn der Erforschung auch sehr erstaunt darüber, was für immer gleiche Gedanken ich hatte – und das war vielleicht auch das offensichtlichste, andere Fragen in mein Leben zu lassen.
Emotionale Intelligenz entwickeln: Gefühle als inneres Wetter verstehen
Unsere Gefühle sind wie eine Wetterkarte – wie auf der Erde gibt es mal Regen, Wind, Sonne, Sturm, Hitze usw. Und so kann man auch die Gefühle zulassen oder nicht, aber sie sind da und machen etwas mit uns. In Kombination mit den Gedanken und den äußeren Einflüssen haben unsere Gefühle eine so schöne Wirkung auf uns als Menschen, aber natürlich auch unangenehme Seiten- ganz klar. Durch diese schnelle und wilde Entwicklung nehmen wir unfassbar viele Informationen auf aber wir kommen kaum noch hinterher diese zu verarbeiten.
Uns wird sehr viel in der Schule beigebracht? Aber es wird uns weniger beigebracht, offen mit uns selbst umzugehen, offen mit Gefühlen umzugehen und auch verstanden zu werden.
Allerdings ist es auch so, dass viele Menschen, auch ich, es irgendwann mal merken: Es kostet Kraft, etwas zurückzuhalten, was einen bewegt und beschäftigt. Es kann sich vielleicht eher auch gegen einen richten, wenn man gewissen Dingen keinen freien Lauf lässt. Und was man unterdrückt, ist nicht weg – es drückt trotzdem noch, mal mehr, mal weniger, und wenn diese drückende Stelle von außen gedrückt wird, tut es manchmal richtig weh, oder? Kennen wir alle. Diese Menschen die unsere inneren Knöpfe drücken.
Gefühle können durch andere Menschen verstärkt werden – und wenn wir mal ehrlich sind, geben wir so vielen anderen die Schuld daran, dass wir uns so und so fühlen, oder? Ja klar, sie sind die Auslöser, aber sie können in uns ja etwas auslösen, was wir eh in uns tragen und was wir oft nicht wollen. Ich hatte mal zu jemandem gesagt: Man kann niemandem ein Gefühl in diesem Sinne geben, man kann es lediglich erzeugen beziehungsweise aktivieren. Ich habe gelernt: Wir haben alles in uns. Es gibt Teile, die schlummern in uns und werden aktiv, wenn sie benötigt werden – auch wenn wir sie noch nie wirklich „genutzt“ hatten.
Ich begann für mich zu erkennen: Ich bin ein Fühlwesen, und ich habe eine unfassbare Fähigkeit, viel zurückzuhalten. Aber es ist noch besser, Gefühlen freien Lauf zu lassen. Sich berühren zu lassen – was auch immer das bedeutet für jeden einzelnen – und wie schön es ist, sich einzugestehen und auch zu spüren und Gefühle zu haben.
Wenn man in sich Sachen, Emotionen zurückhält und festhält, haben andere Menschen am meisten Einfluss auf einen selbst. Denn dieses unterdrücken kostet erstens Kraft und das zweite es gibt Situationen und Menschen wo diese Ladung dann losgehen kann weil sie vorher keinen Raum dafür gefunden hatte.
Gefühlslagen sind wie das Wetter – gebraucht und nötig. Sie dürfen da sein, sie dürfen gehen.

Persönlichkeitsentwicklung als individuelle Reise: Warum jeder seinen eigenen Weg braucht
Das Erforschen seines eigenen Weges ist vielleicht auch manchmal ein Gefühl, den Weg nochmal zurückzugehen und neu anzufangen – oft ist es aber die Entscheidung, einen anderen Weg einzuschlagen und neue Aussichten zu sehen. Wenn man erkennt, dass es Punkte gibt, die einen reizen, Gedanken, die nicht von einem selbst sind, und das erkennt, ist man bereits mitten auf seiner eigenen Forschungsreise. Das Gute ist: Man kann andere mitnehmen – nicht belehren, sondern zeigen und vormachen, vielleicht auch mehr Verständnis für sie haben, dass sie ihr eigenes Tempo haben.
Neulich habe ich bei Instagram ein Reel von einem Coach gesehen, der über seine Anfänge und die Gefahren berichtet – denn, und das sehe ich auch so: Wenn man beginnt zu reflektieren und mit sich zu arbeiten, dann erwartet man das irgendwie auch von anderen. Aber es ist ja etwas Individuelles. Es ist, glaube ich, eine Angst zu erkennen, dass man gegebenenfalls abgelehnt wird, weil es die anderen nicht verstehen. Deshalb will man andere mitziehen und stülpt ihnen Erwartungen über. Allerdings bringt es uns nicht näher, sondern entfernt noch mehr.
Mein Vorschlag: Geh deinen Weg und zeig ihn, aber versuche nicht mit aller Gewalt, andere diesen Weg auch gehen zu lassen. Das ist wie beim Bergsteigen: Es gibt Menschen, die haben echt eine krasse Konditionierung und rennen fast schon Berge hoch. Aber dann gibt es Menschen, die halt leichtere Wege gehen müssen – brauchen vielleicht länger, aber kommen auch an, nur auf anderen Wegen, und genießen vielleicht die Aussicht auch mehr.
Und das coole ist – wenn man bereits schon vorran gegangen ist und jemanden sieht der auf die letzten Meter doch noch mal Unterstützung braucht, dann fragt er und dann reicht man gern die Hand oder?
Ich bin ein großer Fan von Digitalisierung und gleichzeitig vom Menschsein. Je schneller die Technologie wird, desto mehr dürfen wir uns auf unsere menschliche Konditionierung besinnen und unsere eigenen, persönlichen und realistischen Wege gehen. So können wir achtsam mit uns selbst in Kontakt kommen – genau dann, wenn es dran ist.
Am Ende geht es darum, den Weg zu genießen, statt einfach durchzurauschen. Es sind die kleinen Augenblicke, in denen wir bewusst durchatmen, die uns Kraft geben, um weiterzugehen.
Wenn du auf deinen nächsten Schritten eine Unterstützung möchtest – dann schau bei meinem Angebot vorbei und lass uns gern ein einem kostenfreie Gespräch kennenlernen.
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Liebe Grüsse Nicole
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