Warteposition – Worauf wartest du eigentlich?
Was ist wohl die meistgestellte Frage – an andere oder an uns selbst – wenn wir etwas wollen, aber „einfach“ nicht losgehen?
Nicht selten sind wir überfordert. Der Alltag brennt uns aus, sodass wir uns die großen Dinge ausreden, weil die Energie schlicht nicht mehr da ist. Wir blicken zurück auf vergangene Ziele, sehen wo wir gescheitert sind oder wie anstrengend es war – und kommen zu dem Schluss: Das will ich nicht nochmal.
Aber was, wenn sich etwas verändert hat? Was, wenn all diese Erfahrungen uns nicht aufhalten, sondern für etwas Neues gerüstet haben?
Neulich war ich in einem Workshop, wo genau diese Frage aufkam. Sie wurde jemandem gestellt – und er erzählte, dass er danach drei Tage lang nicht gesprochen und nur über diese Frage nachgedacht hatte.
Worauf wartest du?
Ich habe sie auch für mich nochmal mitgenommen. Sie steht seither auf meinem Whiteboard. Jeden Tag schaue ich sie an. Und lasse sie wirken.
Abgelenkt im Süßigkeitenladen
Manchmal glaube ich, dass wir immer passiver geworden sind – weil so vieles so einfach geworden ist. Was wir wissen wollen, finden wir sofort online. Essen ist schneller bestellt als gekocht. Unterhaltung ist überall. Wir sind dauerbeschäftigt – können uns stundenlang mit anderen Menschen beschäftigen – und finden dann keine Zeit mehr für uns selbst und unsere eigenen Ziele. bzw. es wird dann fast schon anstrengend für sein eigenes loszugehen, was man erreichen möchte. Aber wieder mit süssen Ablenkungen die leicht greifbar wieder vom weg abkommt.
Wenn man sich vorstellt, wie es sich anfühlt, wenn man hochmotiviert losläuft – und dann von links, rechts, hinten und vorne Stimmen kommen, die sagen: Mach erstmal das. Schau hier mal. Das ist doch wichtiger. Dann ist das kein äußeres Problem. Das ist die innerliche Warteposition. Sie sitzt still und still sitzen tut sie nicht – sie verwandelt Ausreden in Argumente, Argumente in Ablenkungen.
Aus dieser Warteposition herauszukommen hat viel mit Selbstkommunikation zu tun. Sich selbst dabei zu erwischen, dass man wieder nicht losgegangen ist. Und sich dann ehrlich zu fragen: Warum war das andere gerade wichtiger? Weil es einfacher war? Bekannter? Weil das Gehirn Energie sparen wollte? Oder weil plötzlich Hindernisse aufgetaucht sind, die einen zurückgedrängt haben?
Wir sind Meister darin geworden, uns einen Warteraum einzurichten. Eine Komfortzone, in der alles recht bequem ist – und in der man sich wunderbar von sich selbst ablenken kann. Anstatt das Ticket zu nehmen, es der Dame am Schalter zu geben – Boarding – und den Flieger zum Ziel zu besteigen.
Der Flieger und das Loslassen von Kontrolle
Dieses Bild vom Flieger in diesem Zusammenhang passt für mich sehr gut in Kombi mit dem Warteraum – vielleicht weil ich neulich am Frankfurter Flughafen vorbeifuhr und jedes Mal, wenn ein Flieger nah vorbeizieht, freue ich mich wie ein Kind und bin voll fasziniert. Und wenn man schnell vorbeifährt, sieht er aus, als würde er in der Luft stehen. – schonmal gesehen?
Aber zurück zum Thema. Beim Fliegen weißt du, wo du einsteigst. Du weißt, wann du ankommst. Du weißt, wie ein Flieger aussieht und wo du sitzt. Aber du weißt nicht, wer neben dir sitzt. Nicht, wie voll er wird. Nicht, was es zu essen gibt. Nicht ob es ggf. Ändrungen der Flugroute oder ähnliches gibt.
Du weißt einiges – und einiges weißt du nicht. Wenn du ein Ziel erreichen möchtest.
Genau das ist es. Ein ehemaliger Chef von mir sagte mal, er fliege nicht, weil er dann keine Kontrolle mehr habe. Und das trifft es doch perfekt, oder? Wenn wir wirklich losgehen, verlieren wir zunächst Kontrolle – weil wir noch nicht wissen, welche Zügel wir halten müssen, welchen Knopf wir drücken sollen. Wir müssen alles lernen. Wiederholen. Wieder lernen.
Und genau das hält uns im Warteraum fest – indem wir lieber auf die Abflugtafel starren als einzusteigen?
Was wirklich hilft
Das Beste, was ich in den letzten Jahren an mir und an anderen beobachtet habe: Wir sind grandiose Erfinder von Ausreden, Argumenten und Entschuldigungen. Das ist liebevoll gemeint – denn es hat seinen Grund. Das Gehirn will Energie sparen. Es kennt noch nicht alle Details. Es schützt uns.
Aber es hält uns auch fest.
Was mir persönlich hilft, wenn ich merke, dass ich wieder in einer Warteposition stecke: Ich stelle mir mein Gesicht vor oder einer anderer Person – und wie sieht es aus, wenn das erreicht ist wenn man die Warteposition verlässt? Welchen Ausdruck hat es? Welches Gefühl strahlt es aus? Im Idealfall pure Freude. Vielleicht sogar mehr als das.
Übung: Dein persönlicher Warteraum
Nimm ein Blatt Papier. Schreibe dein Ziel in die Mitte. Und dann schreibe drumherum alles, worauf du wartest – alles, was dir einfällt. Der Zettel wird zu einem Warteraum. Und wenn du ihn vor dir siehst, wirst du vielleicht erkennen, wie viel davon wirklich notwendig ist – und wie viel du dir selbst erlauben darfst, loszulassen bzw. zu verändern.
Affirmationen & Afformationen: Ich warte nicht mehr – ich lebe
Wir sind umgeben von vielem und heutzutage haben wir alles in einem Gerät dabei – dem Handy. Umso schöner damit auch entscheiden zu können was man sich anschaut oder anhört.
In diesem Zusammenhang Warteposition habe ich ein paar Sätze zusammengetragen die du dir kostenfrei anhören und auch mitlesen kannst.
Falls das Video nicht laden sollte, dann hier klicken.

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Hier findest du die Sätze auch im einzelnen zum stille lesen oder auch als Liste.
Ich freue mich riesig wenn du mir in den Kommentaren verräts wie du diese findest.
Liebe Grüsse,
Nicole
🙂 Kennst du schon die "Sinninventur"? - Viele streben nachdem einen rieisigen Sinn, aber vielleicht ist es mehr als das - nämlich das was du bereits tust.
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