Persönliche Weiterentwicklung ist erwachsen werden
Wie entwickelst du dich weiter?
Diese Frage kann so blockierend sein – und gleichzeitig Türen zu tausend Möglichkeiten aufstoßen. Plötzlich stehst du in einem riesigen Flur, und überall gehen Türen auf. Das ist der derzeitige Zeitgeist, vor allem für uns Millennials. Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Wir sind konfrontiert mit so vielem, das gelöst, erweitert, verändert oder aufgelöst werden darf – im Großen wie im Kleinen.
Wir fühlen uns fast schon gezwungen, uns immer mehr Gedanken über die Zukunft zu machen – eine Zukunft, die niemand sehen oder vorhersehen kann, denn sie liegt, nach meiner Überzeugung, in jedem Einzelnen von uns. Wir alle tragen noch Dinge mit uns herum, die uns im Hier und Jetzt aufhalten. Gleichzeitig finden wir überall Ablenkungen: in guten, aber auch in furchteinflößenden Informationen. Ständig kämpfen wir damit, uns selbst zu optimieren, zu verbessern und immer up to date zu sein oder zu müssen. Wir drehen uns im Kreis aus Emotionen, die gefühlt werden wollen, und Gedanken, die ein Update benötigen.
Ich befinde mich – wie viele andere – auf einem Weg der persönlichen Weiterentwicklung. Und es werden gefühlt immer mehr. Jeder wählt einen anderen Einstiegspunkt, eine andere Route. Es ergeben sich neue Widerstände und Möglichkeiten, doch eines haben wir gemeinsam: Wir möchten etwas verändern. Wir möchten aus dem Status quo heraus – was auch immer das für jeden Einzelnen bedeutet. Gleichzeitig sind wir süchtig geworden nach Lösungsmöglichkeiten.
In diesem Beitrag möchte ich einen kleinen Erfahrungsbericht (keine Werbung!) teilen, der durch eine tiefe Erkenntnis entstand – inspiriert von einem Workshop bei Linda Giese.
Ein Workshop, der Puzzleteile dreht
Ich hatte mich bei Linda Gieses Event „Befreie dein Gehirn“ angemeldet – erst kürzlich war ich auf sie und ihre Arbeit aufmerksam geworden, nachdem ich sie auf YouTube entdeckt hatte. Ich wurde überrascht von dem gehaltvollen, wertvollen Inhalt dieser zwei Tage. Keine Werbung, sondern ein ehrlicher Erfahrungsbericht: Die Worte, Übungen, Fragen und Live-Coachings ließen mich nicht mehr los. Auf langen Spaziergängen drehte sich alles in meinem Kopf, als würden sich Puzzleteile noch einmal um sich selbst drehen, bis sie ihr passendes Gegenstück fanden – in Gedanken und Emotionen, die plötzlich zu fließen begannen. Und plötzlich wurde mir klar: Persönliche Weiterentwicklung ist erwachsen werden.
Ich hatte bereits erwähnt, dass ich – wie viele andere – auf diesen Zug der persönlichen Weiterentwicklung aufgesprungen bin und durch verschiedene Bereiche, Ansätze und Tools reise. Manchmal steige ich aus, dann wieder ein. Doch diesmal ist etwas tiefer gelandet: das Thema Glaubenssätze. Und auch wenn man dieses Wort kaum noch hören oder lesen mag – dieser Nährboden ist der Schlüssel für Veränderungen, wenn er sorgsam geprüft und vielleicht mal umgegraben wird.
Glaubensüberzeugungen – die Baseline unseres Systems
Wenn wir uns auf die Suche nach uns selbst machen – was auch immer das im Individuellen bedeutet –, starten wir oft mit diesem Gefühl: „Da muss doch mehr geben. Das hier kann nicht alles sein.“ Oder: „Ich habe Problem XY und komme auf keine Lösung. Ich verbiege mich, um es zu erreichen – aber es passiert nichts.“ Viele kennen das. Und es gibt heute unzählige Ansätze, Tools und Podcasts, die uns helfen wollen. Doch immer wieder stoßen wir auf Widerstände, werden in alte Muster zurückgezogen – oft, ohne zu wissen, warum.
Im Workshop wurde mir klarer, was ich schon oft gehört hatte: Unsere inneren Programme, die uns schützen wollen, halten uns gleichzeitig auf. Sie sind wie unsichtbare Fäden, die sich enger ziehen, sobald wir den nächsten Schritt wagen. Warum passiert das? Weil sie unsere eigene Handschrift tragen – und wir nicht mehr erkennen, dass sie uns fremd geworden sind.
Unsere innere Software: Updates überfällig
Ich komme aus der IT-Branche, und für mich macht dieser Vergleich so viel Sinn: Unser Gehirn arbeitet wie ein Computer. Es setzt Filter, fährt Firewalls hoch, verarbeitet Eingaben – und verbraucht Energie. Wenn zu viel läuft, dreht der Lüfter auf Hochtouren, oder das System hängt sich auf. Tausend Tabs sind offen, mit Text, Bild und Ton, und manchmal weiß man nicht mehr, wo plötzlich die Musik herkommt.
Genau so geht es vielen von uns – Tag für Tag. Unsere Glaubensprogramme werden immer wieder aktiviert, bewusst oder unbewusst. Wir drücken den Startknopf und folgen dem inneren Quellcode – oder laufen auf Autopilot, der plötzlich if-else-Schleifen bedient, sich im Kreis dreht und unerwartet Sprünge im Code macht, fast unbemerkt von oben nach unten.


Diese Programme sind oft uralt. Wir spüren sie, wenn wir innerlich gegen sie kämpfen, wenn sie mehr Energie fressen, als wir haben. Doch sie sind so lange da, dass sie sich wie ein Teil von uns anfühlen – obwohl sie irgendwann mal programmiert wurden und längst nicht mehr aktuell sind. Und wie bei jeder Software: Man kann sie deaktivieren, schließen oder updaten.
Erwachsen werden: Das neue Betriebssystem
Linda sagte es so schön: „Gedanken sind etwas Erlerntes.“ Wir kommen blank auf die Welt, mit einem Grund-Betriebssystem, das uns atmen, wachsen und überleben lässt. Doch mit jeder Information entstehen neue Gedanken und Verknüpfungen – auch körperlicher Natur. Was passiert, wenn wir keine neuen Impulse bekommen? Wenn wir auf alten Programmen laufen, die längst ein Update bräuchten?
Im Workshop sprach Linda mit jemandem über genau diese „Versionen“ in uns: die kindliche, die das Programm einst schrieb, und die erwachsene, die heute Verantwortung übernimmt. Alte Software kann ein System überfordern. Sie macht noch ihre Aufgabe, aber sie hängt sich auf, wenn sie nicht erweitert – oder sogar endgültig gestoppt wird. Doch zunächst ist es wichtig, sie zu erkennen, zu benennen und zu spüren: Was denke ich, wenn es aktiv ist? Was fühle ich? Das klingt leichter gesagt als getan. Deshalb ist es umso wichtiger, den erwachsenen Teil in uns zu aktivieren – wie einen Detektiv, der erstmal rauszoomt, einen Raum aufbaut zwischen Reiz und Reaktion und dann Schritt für Schritt vorgeht.
Der erwachsene Teil hat ganz spezielle Aufgaben, die er übernehmen kann und sollte:
- Klare Entscheidungen treffen.
- Die alten Muster verstehen – und entscheiden, ob sie noch gebraucht werden.
- Wartepositionen verlassen.
- Schuldfindungsloops auflösen und stattdessen Selbstverantwortung aktivieren.
- Sich in Bewegung setzen.
- Die alten Programme übersetzen, damit sie nicht in Schleifen hängen bleiben.
- Neue Informationen in Handlungen umsetzen – nicht in Grübeleien.
- Wach und achtsam sein.
- Kritisch denken und handeln.
- Selbstlügen beenden.
Kompatibilität mit der Welt
Unsere Welt verändert sich rasant. Neue Tools, Technologien und Erkenntnisse sollen uns das Leben erleichtern. Doch wie kompatibel sind wir mit dieser Veränderung? Jeder hat sein eigenes Tempo, seine eigene Struktur. Persönliche Weiterentwicklung hat kein Ende – und das ist gut so. Denn sonst hätten wir keine Ziele mehr.
Wenn wir den Blick auf uns richten, unsere Programme anschauen und erkennen, wann sie im Autostart laufen, gewinnen wir jeden Tag eine neue Erkenntnis. Und manchmal, ganz plötzlich, beginnt das erwachsene Ich wie eine Firewall zu scannen – nicht, um zu blockieren, sondern um zu verstehen und zu ersetzen.
Ein gesellschaftlicher Heilungsprozess
Auf meiner Reise habe ich viele wichtige Erkenntnisse gewonnen – und ich komme immer wieder bei mir selbst raus! Alles beginnt bei uns und endet bei uns. Selbst wenn uns Menschen wirklich verletzt oder enttäuscht haben, liegt die Verantwortung bei uns, wie wir damit umgehen: Ob wir den Schmerz ungefiltert weitergeben oder uns zur Aufgabe machen, die Heilung selbst zu übernehmen.
Es ist nicht zu übersehen, was derzeit öffentlich enthüllt wird – an unfassbaren Dingen. Doch das gehört für mich zum Erwachsenwerden dazu. Es ist anstrengend und überfordernd, aber es ist ein gesellschaftlicher Heilungsprozess, den viele gerade beginnen. Das bedeutet, dass inziniierte oder verschleierte Geschichten durch echte Geschichten ersetzt werden.
In den letzten Wochen habe ich mit so vielen Menschen gesprochen, die sich nicht trauen, Klartext zu reden – die sich noch verbiegen und verstecken und damit alte Programme füttern. Gleichzeitig sehen sie den Nutzen dahinter: Welche Freiheit entsteht, wenn alte Programme deaktiviert werden!
Vertrauensprozess
Ich habe einen Spruch, den ich mir gerne selbst sage – oder anderen mitgebe: „Vertraue deinem Prozess. Er weiß, was er tut. Und du tust deine Schritte dafür.“
In spirituellen, astrologischen oder kosmischen Kreisen heißt es oft, dass eine Zeit des Erwachens eingeleitet wurde. Alte Zeiten werden abgelöst, ersetzt, archiviert – und wir Menschen werden erwachsener mit uns selbst. Das heißt auch: ein Ticken erstaunter zu werden, sich im Labyrinth der Selbstlügen nicht mehr zu verirren, sondern einen Ausgang zu finden.
Wir haben in den letzten Jahren viel Vertrauen verloren – an vielen Stellen. Ich schließe mich da mit ein. Mein Vertrauensmuskel hat gelitten. Umso wichtiger ist es, das Selbstvertrauen zu stärken, andere Blickwinkel einzunehmen, Täuschungen früher zu erkennen und klare Positionen zu beziehen. Klare Grenzen zu setzen und sich in die Dramen anderer weniger einwickeln zu lassen – vor allem, wenn es keine Erwachsenenthemen sind, sondern erwachsene Körper mit Kinderprogrammen arbeiten.
Ich wünsche mir, dass wir Vertrauen in uns selbst aktivieren und unsere Zeit nutzen, um Zukunft zu gestalten – weniger zu verwalten und zuzuschauen, wie emotional unterdrückter Lärm uns daran hindert, unsere inneren Wahrheiten und Klarheiten zu hören und sinnvollen Tätigkeiten nachzugehen.
Wenn du möchtest, hol dir mein kostenfreies Tool „Sinninventur“. Manchmal geht es nicht um das große Ganze, sondern um das winzig Kleine und Leise, das uns Sinn im Alltag gibt – das wir nur immer wieder übersehen. Es ist frei, ohne E-Mail-Adresse – denn ich möchte damit etwas Sinn zurückgeben in dieser verrückten Zeit.
Liebe Grüße,
Nicole
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