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Fehlerkultur stärken: 36 Fragen für mehr Selbstakzeptanz

Wie ist deine Beziehung zu Fehlern?
Würdest du mir zustimmen, dass wir Menschen eine zunehmende Angst vor Fehlern haben? Und uns fast schon eine Fehlerkultur verloren geht?
Fehlerkultur – dieses Wort habe ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal so richtig bewusst wahrgenommen. Klar, Fehler waren mir immer ein Begriff. Ich habe oft gedacht: Fehler sind wichtig. Sie helfen uns zu lernen, zu erkennen – und vor allem: weiterzumachen, anstatt uns zurückzuhalten. Allerdings mit dem Wort Kultur ergibt sich auch ein kollektives Bewusstsein dafür.

Doch in unserer Gesellschaft fällt es uns zunehmend schwerer, mit Fehlern wirklich umzugehen. Stattdessen versuchen wir, sie zu verschönern, unter den Teppich zu kehren, andere zu beschuldigen oder einfach zu vergessen – anstatt daraus zu lernen. Warum das so ist? Weil es unter der Oberfläche oft komplexe Mechanismen gibt: alte Konditionierungen, ein tieferliegendes Streben nach Perfektion – und vielleicht der Glaube, dass ein Leben ohne Fehler irgendwie „besser“ sei. Leichter!? Möchte ich an der Stelle anzweifeln.

Allerdings sehe ich auch, dass wir dann nicht versucht sind, uns weiterzuentwickeln, Neues zu lernen und damit auch neue Blickwinkel zu eröffnen. Und dabei kann das auch ein sehr schöner Zugang zu uns selbst sein – und unsere Beziehung zu uns selbst verstärken. Wenn wir uns keine Fehler mehr erlauben, schwächt es uns auf Dauer, weil wir uns eher aufhalten, zurücknehmen, anstatt neue Wege auszuprobieren.

In unserer schnelllebigen und wilden Veränderung können wir kaum noch mithalten, und wenn wir es versuchen, dann machen wir Fehler. Aber diese wollen wir eher dann verstecken. Dabei wird es immer wichtiger, offener mit Fehlern umzugehen – in allen Lebensbereichen.

Fehler im beruflichen Kontext – Verschleierung statt Offenheit

Gerade im beruflichen Kontext habe ich oft erlebt, wie viel verschleiert wurde. Und irgendwann kam die Wahrheit dann doch ans Licht – meist zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Statt offen drüber zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wurde „Fingerpointing“ betrieben – es ging mehr darum, Schuldige zu finden, als wirklich tiefer zu schauen und anzuerkennen bzw. zu entdecken, was man gelernt hat um es in Zukunft besser bzw. anders zu machen.

Doch wir alle machen Fehler. Und wir werden weiterhin Fehler machen – umso wichtiger, damit immer mehr auch sich selbst zu entdecken und andere auch in einem neuen Blickwinkel zu betrachten und ihnen damit auch eine Anerkennung zu geben, dass sie auch das haben dürfen: Fehler.

Eine Mentorin von mir sagte mal:

„Macht so viele Fehler wie ihr könnt – das gehört zur persönlichen Weiterentwicklung. Sonst bleibt ihr stehen und verwendet eure Energie aufs Verstecken, statt euch wirklich damit auseinanderzusetzen.“

Die Kraft der Fehler darf wieder aktiviert werden

Wenn man diese Kraft wieder entfesseln möchte und damit in seine eigene Selbstverantwortung einsteigt und auch in eine selbstehrliche Haltung, kann man Fragen nutzen. Man kann sich fragen: Welche Fehler habe ich begangen und hänge irgendwie noch mit Schuldfäden an ihnen? Welche Schuldenergie hält mich noch zu lange in der Vergangenheit, und was kann ich heute tun, damit zu arbeiten? Welche Fehler möchte ich nie wieder machen? Und welche Fehler möchte ich mir noch nicht erlauben?

In diesem Beitrag teile ich 36 Fragen mit dir, um tiefer in dein Fehleruniversum einzutauchen, um Schuldenergie umzuwandeln und damit ein ganz anderes Bewusstsein für dich zu schaffen – damit stärkst du deine Beziehung zu dir selbst und löst dich vielleicht von der einen oder anderen „Last“.

Ich denke, das Thema Fehler ist so ein geladenes Thema, aber kann auch so befreiend sein, wenn jeder Einzelne startet und sich selbstehrlich damit beschäftigt. Und klar, das eine oder andere kann wirklich schmerzhaft sein – aber ist es nicht endlich Zeit, es gehen zu lassen?

Die Kraft der Fragen zur Fehlerkultur

Die folgenden Fragen sind in drei Sets aufgeteilt, und du entscheidest, wie du mit ihnen arbeiten möchtest und auch kannst. In deinem Tempo und auch mit der Haltung, dass die Fragen oft wichtiger sind als die Antworten selbst, denn Fragen sind wie Schlüssel, die Türen öffnen können – du entscheidest, wie weit du diese Tür dann öffnest, um neue Antworten kommen zu lassen.

Du kannst damit unterschiedlich arbeiten:

Option 1: Du nimmst dir jeden Tag eine Frage für 36 Tage lang, schreibst und/oder denkst darüber nach. Manchmal kommen Antworten auch viel später, und manchmal löst die nächste Frage auch die Antwort aus, die du gesucht hast.

Option 2: Du kannst aber auch ein Set pro Tag machen und das auf aufeinanderfolgende Tage oder an drei Wochenenden verteilen, wie du möchtest.

Option 3: Du kannst dir auch einen ganzen Tag nehmen, um mit den Fragen zu arbeiten.

Es kann auch etwas sehr Schönes sein, wenn man die Fragen mit jemand anderem teilt und sich dazu austauscht. Es kann neue Erkenntnisse schaffen, auch mit dem ehrlichen Blick eines anderen, der dir vielleicht dann bestätigt, dass es richtig war – kann wirklich heilsam sein, oder?

Set 1: Einstieg & Bewusstwerden

  1. Was bedeutet Fehlerkultur für dich persönlich?
  2. Wie wurdest du in deiner Kindheit mit Fehlern konfrontiert?
  3. Erinnerst du dich an einen Fehler, der dich besonders geprägt hat?
  4. Wie fühlst du dich, wenn du einen Fehler machst?
  5. Wie reagierst du auf Fehler bei anderen?
  6. Gibt es Fehler, die du dir immer noch vorwirfst?
  7. Wie offen sprichst du über deine Fehler?
  8. Was war dein größter Lernmoment durch einen Fehler?
  9. Welche Rolle spielen Fehler in deinem Alltag?
  10. Gibt es Fehler, die du als „notwendig“ empfindest?
  11. Wie gehst du mit Kritik nach einem Fehler um?
  12. Was hilft dir, nach einem Fehler wieder aufzustehen?

Set 2: Vertiefung & Umgang

  1. Wie gehst du mit wiederholten Fehlern um?
  2. Welche Fehler möchtest du nicht wiederholen?
  3. Gibt es Fehler, die du als Wendepunkt in deinem Leben siehst?
  4. Wie beeinflusst deine Fehlerkultur deine Beziehungen?
  5. Wie gehst du mit Fehlern im Team oder in der Familie um?
  6. Gibt es Fehler, die du anderen nicht verzeihen kannst?
  7. Wie schnell vergibst du dir selbst Fehler?
  8. Was brauchst du, um einen Fehler loszulassen?
  9. Welche Glaubenssätze hast du über Fehler?
  10. Wie beeinflusst Angst vor Fehlern dein Handeln?
  11. Gibt es Fehler, die du als Geschenk siehst?
  12. Wie gehst du mit Scham nach einem Fehler um?

Set 3: Transformation & Ausblick

  1. Was hast du durch deine Fehler über dich gelernt?
  2. Welche Fehler haben dich stärker gemacht?
  3. Wie möchtest du in Zukunft mit deinen Fehlern umgehen?
  4. Was würdest du deinem jüngeren Ich zum Thema Fehler sagen?
  5. Wie kannst du andere unterstützen, einen gesunden Umgang mit Fehlern zu entwickeln?
  6. Welche Rolle spielt Fehlerkultur in deinem beruflichen Erfolg?
  7. Wie kannst du Fehler als Chance für persönliche Entwicklung nutzen?
  8. Was bedeutet es für dich, aus Fehlern zu wachsen?
  9. Welche Frage zum Thema Fehler hat dich am meisten bewegt?
  10. Gibt es ein Ritual, das dir hilft, Fehler zu reflektieren?
  11. Wie fühlt sich Freiheit von Angst vor Fehlern an?
  12. Was wäre anders in deinem Leben, wenn du Fehler als natürlichen Teil von Wachstum akzeptierst?

Pflege einer Fehlerkultur: FEHLER → HELFER

Kennst du das? Ist glaube ich fast schon ein wenig ausgelutscht, aber trotzdem ein wichtiger Einstieg. Und klar, Fehler können neben Helfern auch andere Rollen einnehmen – aber nachhaltig vielleicht immer zu einem Helfer werden.

Wenn man die Buchstaben von Fehler ein wenig verschiebt, dann ergibt sich plötzlich das Wort Helfer.

FEHLER → HELFER

Spannend, oder? Vielleicht ist das ein Gedanke, der hilft – wenn man Angst hat, einen Fehler zu machen. Oder auch wenn man sich alte Fehler nicht vergeben kann. Oder wenn man andere immer wieder dafür kritisiert. Was hat man dadurch gelernt und was kann man eher feiern als zu kritisieren?

Denn hinter jedem Fehler steckt auch ein Lernpotenzial. Vielleicht ist es nicht immer sofort sichtbar, vielleicht gut versteckt – aber es ist da. Auch sich regelmäßig die Zeit zu nehmen, um sich damit zu beschäftigen, kann sehr hilfreich sein.

Starte jetzt mit deiner Selbstreflexion:
Nutze gerne dazu meine kostenfreie Vorlage „Erinnere Dich an Dich“. Du nimmst dir jeden Tag damit bewusst Zeit, deinen Tag zu reflektieren, und somit immer wieder mit dir selbst und dem, was bei dir so vor sich geht, zu beobachten – bring damit deine Beziehung zu dir selbst auf ein neues Level!

Und falls du noch mehr Fragen möchtest, findest du auf meinem Blog viele weitere zu verschiedenen Themen.

Vielleicht möchtest du mir erzählen, wie du das Thema Fehler siehst und welche Frage du am spannendsten findest? Nutze gerne die Kommentare oder schreibe mir gerne auch direkt.

Liebe Grüße,
Nicole

Liebe Grüsse Nicole

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2 Antworten zu „Fehlerkultur stärken: 36 Fragen für mehr Selbstakzeptanz“

  1. Ja diese Unsitte immer nach Schuldigen zu suchen anstatt erst einmal eine Lösung zu suchen und dann aus den Fehlern zu lernen. Deinen Ansatz dazu find ich sehr interessant, werde ich mir merken. Danke für den Impuls

    1. Vielen lieben Dank, Antonia.
      Freut mich das dich mein Beitrag inspiriert hat.

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