Fragen zur Selbstsabotage – ein liebevoller Spiegel
Ich stehe mir selbst im Weg – kennst du das?
Vielleicht hast du das schon mal ausgesprochen oder gedacht. Und wenn wir das bemerken und anerkennen, ist das ein sehr guter Schritt, sich dabei zu erwischen, dass man sich selbst ggf. sabotiert. Selbstsabotage ist schon irgendwie ein unangenehmer Begriff, oder? Aber dabei ist es auf einer tieferen Ebene ein Mechanismus, der uns schützen möchte, Energie sparen möchte.
Und uns ungern aus unseren Gewohnheiten reißen will – und es heißt ja, wir Menschen sind Gewohnheitstiere, aber wir mögen auch Neues und Veränderungen von Zeit zu Zeit. Nur wir müssen dann unsere einstudierten Schritte verändern, und das kostet Energie, Durchhaltevermögen und innerliche Diskussionen, die sich oft auch im Kreis drehen. Dahinter liegen Programme – wie bei einer Software, die bei entsprechender Aktivierung an der einen oder anderen Stelle einspringt, und wir haben da so verschiedene.
Unsere Selbstsabotageprogramme können eng mit Gewohnheiten verknüpft sein. Oft wirken sie unbewusst, schleichen sich in Ablenkungen, Perfektionismus, Aufschieberitis oder andere kleine Selbstvermeider hinein – ohne dass wir es sofort merken. Kennst du bestimmt, oder?
All diese Strategien haben eines gemeinsam: Sie haben einen Nutzen. Was wir tun – bewusst oder unbewusst – erfüllt immer einen inneren Zweck. Auch wenn wir nicht immer verstehen, welcher das ist und dieser uns nicht weiterbringt und festhält. Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass diese immer komplexer werden, umso weniger wir uns mit uns selbst beschäftigen und die Beziehung zu uns stärken.
Was passiert, wenn wir uns selbst verurteilen?
Was oft geschieht: Sobald wir merken, dass wir uns wieder einmal selbst aufhalten, verurteilen wir uns. Wir machen uns klein, kritisieren uns, zweifeln an uns – und senden uns damit unbewusst das Signal:
„Du bist nicht gut genug.“ oder auch „Du schaffst es eh nicht.“
So gewinnt das Selbstsabotageprogramm an Stärke – weil wir es bestätigen, statt es zu hinterfragen bzw. andere Fragen zu nutzen, um die Programme umzuprogrammieren. In diesem Beitrag teile ich 36 wirkungsvolle Fragen, um neue Antworten zu finden.
Selbstsabotage erkennen – mit Kraft von Fragen
Selbstsabotageprogramme sind erlernte Mechanismen oder auch Konditionierungen, die auf vielen Erfahrungen und Erkenntnissen basieren, die wir als Menschen immer sammeln. Und oft werden diese lange nicht hinterfragt – bis wir diesen immer näherkommen und diese dann aktiviert werden.
Und eine Änderung ist das Sich-bewusst-werden – was auf verschiedene Arten und Weisen erfolgen kann. In meinem Blogbeitrag beschreibe ich mögliche Ansätze, die einzeln oder auch zusammen ihre Wirkung entfalten können.
Wichtiger Ansatz ist, sich andere Fragen zu stellen, anstatt unter anderem: „Warum funktioniert es bei mir nicht, aber bei anderen?“ Mit den folgenden Fragen kann man von der Oberfläche tiefer in die Mechanismen eintauchen.
Wie du die Fragen nutzen kannst:
Option 1: Wähle eine Frage pro Tag.
Option 2: Oder arbeite dich in deinem Tempo durch alle drei Sets, indem du z. B. ein Set pro Wochenende machst oder an einem kuscheligen Sonntag alle zusammen.
Option 3: Mach das gerne auch im Austausch mit einer anderen Person und tauscht euch über euer Thema aus, wo ihr durchbrechen wollt, aber irgendwie aufgehalten fühlt.
Es gibt kein richtig oder falsch. Es geht nicht um Leistung oder Schnelligkeit, sondern um Bewusstsein, Verbindung – und die liebevolle Einladung, dich selbst immer mehr zu verstehen. Denn Selbstsabotage ist kein Feind. Sie ist ein Teil von dir, der gesehen werden möchte. Die Fragen können dich dabei unterstützen, das immer mehr und mehr zu erkennen.
Und Fragen sind immer wichtiger als die Antworten – was bedeutet, dass man nicht sofort Antworten finden muss, sondern die Fragen wie einen Schlüssel sieht, um neue Türen ins Unterbewusstsein zu öffnen.
SET 1: Einstieg – Selbstbeobachtung & Muster erkennen
Diese Fragen holen dich sanft ab und machen erste Muster sichtbar.
- Wann in letzter Zeit habe ich mich selbst ausgebremst, obwohl ich eigentlich bereit war?
- Was glaube ich über mich, wenn etwas nicht funktioniert?
- Welche Ausreden verwende ich oft?
- In welchen Situationen neige ich dazu, aufzuschieben oder abzubrechen?
- Wie spreche ich innerlich mit mir, wenn ich versage?
- Was fällt mir leicht – und was lasse ich deshalb vielleicht nicht zu?
- Welche „Sicherheitsstrategien“ nutze ich, um mich nicht zu sehr zeigen zu müssen?
- Wer oder was triggert mein Gefühl von „nicht genug sein“?
- Welche Entscheidung vermeide ich gerade – und warum?
- Was in meinem Leben fühlt sich „zu groß“ an, obwohl ich es mir eigentlich wünsche?
- Was befürchte ich, könnte passieren, wenn ich wirklich erfolgreich / erfüllt / frei wäre?
- Wie reagiere ich, wenn andere Menschen mir spiegeln, dass ich mich selbst sabotiere?
SET 2: Vertiefung – Emotionale Wurzeln
Diese Fragen gehen tiefer ins emotionale Feld.
- Welche Emotion liegt meistens unter meiner Selbstsabotage? (z. B. Scham, Angst, Wut)
- Welche alten Stimmen aus meiner Kindheit höre ich noch in mir, wenn ich mich zurückhalte?
- Was habe ich als Kind über Leistung, Fehler oder Selbstwert gelernt?
- In welchem Bereich meines Lebens fühle ich mich immer wieder „machtlos“?
- Gibt es ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht?
- Welche Glaubenssätze habe ich über Erfolg, Sichtbarkeit oder Selbstliebe?
- Gibt es kollektive oder familiäre Botschaften, die mich unbewusst beeinflussen? („In unserer Familie ist das eben so…“)
- Welche Blockade spüre ich in meinem Körper, wenn ich an Veränderung denke?
- Welches Gefühl habe ich immer wenn ich mich selbst sabotiere?
- Wie reagiere ich immer wenn ich mich selbst sabotiere?
- Welche Rolle hat Schuld in meinem Leben gespielt?
- Wie könnte es sich anfühlen, mich wirklich zu erlauben?
SET 3: Transformation – Heilung, Entscheidung, Neuorientierung
Diese Fragen sind wie Einladungen zur Integration, Neuentscheidung und innerer Freiheit.
- Was bräuchte der Anteil in mir, der mich sabotiert, um sich sicher zu fühlen?
- Was möchte sich eigentlich durch mein Selbstsabotage-Verhalten ausdrücken?
- Welchen inneren Anteil habe ich bisher ignoriert oder unterdrückt?
- Wem müsste ich (metaphorisch) „die Verantwortung zurückgeben“?
- Welche Loyalitäten zu meiner Familie oder meinen Ahnen bin ich bereit zu hinterfragen?
- Wenn ich heute eine neue Geschichte schreiben dürfte – wie würde sie beginnen?
- Was darf ich loslassen, um nicht länger mein eigener Saboteur zu sein?
- Welchen Raum würde ich plötzlich einnehmen, wenn ich mich voll zeige?
- Wie sieht mein Leben aus, wenn ich aufhöre, mich zurückzuhalten?
- Welche Rituale könnten mich dabei unterstützen, im Vertrauen zu bleiben?
- Welche Entscheidung darf heute heilsam für meine ganze Linie sein?
- Was in mir sagt heute: Ich bin bereit?
Eine Frage der Selbstsabotage
Vielleicht war eine Frage dabei, bei der du am liebsten einfach schnell weitergescrollt hättest – oder? Aber vielleicht hattest du den Mut, sie landen zu lassen und die Bereitschaft, neue Antworten zu finden. Vielleicht hast du sie nicht gleich aus deinem Kopf geschüttelt. Und das allein ist schon viel wert.
Dein(e) innere(r) Forscher:in wird dir Antworten geben – wenn die Zeit reif ist.
Dein innerer Kritiker wird sich sicher ab und zu einmischen.
Deine Wenns und Abers werden wieder versuchen, mit dir im Kreis zu tanzen.
Dein plötzliches „aber Wie“ spielt sich gerne vor das „Was“ – erkenne es und lass es so stehen.
Du stärkst deine Beziehung zu dir selbst, wenn du alles wahrnimmst, aber nicht gleich alles hinnimmst. Denn du hast einen ersten Schritt gemacht – hin zu mehr Selbsterkenntnis, zu mehr Bewusstheit und vorallem dranbleibst.
Und damit beginnt alles:
Mit einem Schritt.
Mit einer Bereitschaft.
Mit dem Wunsch, dich selbst besser zu verstehen – und Lösungen zu finden, statt dich ständig selbst zu bremsen.
Wir Menschen sind komplexe Wesen.
Vielleicht werden wir nicht alles lösen.
Aber wir müssen unser Leben nicht mit Belanglosem füllen, wenn es uns davon abhält, wirklich zu wachsen. Denn manchmal ist die Arbeit an sich selbst spannender als jeder Krimi.
Starte jetzt mit deiner Selbstreflexion:
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Du findest außerdem weitere spannende Fragen auf meinem Blog – schau gerne vorbei und erschaffe dir ein neues Antwortenuniversum.
Liebe Grüße
Nicole
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