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Erkennst du dich selbst an? Warum ist das wichtig?
Oft neigen wir dazu, uns nicht selbst anzuerkennen oder es irgendwie runterzuspielen. Sich selbst und seine Leistung fast schon nicht zu sehen.
Eine spannende Beobachtung von mir, innerhalb kürzester Zeit hatte ich Menschen gesehen, die fremden Müll aufgehoben haben und es ordnungsgemäß in einen Mülleimer warfen. Aber interessant daran war: Als ich mich bei den Menschen auch dafür bedankte, waren sie sichtlich eher überrascht davon, dass sie jemand dafür wertschätzt. Spannend, oder? Ich hätte gerne gewusst was sie dann an der Stelle über sich dachten und ob sie selbst erkannt haben sich dafür anzuerkennen und zu wertschätzen.
Neben der eigenen Anerkennung wollen diese auch von anderen, wir wollen Wertschätzung, gesehen und gehört werden und knicken immer mehr ein, wenn wir das Erwartete nicht bekommen, oder packen noch mehr drauf, weil wir denken, dann kommt es endlich zurück. Obwohl es uns oft eher auslaugt und die Beziehung zu uns selbst eher schwächt als stärkt.
In diesem Beitrag möchte ich auf das Thema Selbstanerkennung eingehen und dafür fast schon werben, dass wir es wieder viel mehr praktizieren sollten, genauso wie wir selbstehrlich mit allem umgehen dürfen, was uns beschäftigt. Am Ende des Beitrags findest du außerdem eine Vorlage „Zertifikat der Selbstanerkennung“, die kostenfrei heruntergeladen werden kann.

Die Suche von Anerkennung überweigend im aussen

Ich habe viel über dieses Thema nachgedacht, auch rückwirkend durch viele Beobachtungen bei mir selbst und bei anderen. Viele wollen Anerkennung und verfallen dann in ganz seltsame Mechanismen, in denen sie sich mehr aufladen, überfordern, weil sie noch mehr machen und schon fast ihr letztes Hemd geben.

Wir sind Menschen, und damit ist es uns ja schon in die Wiege gelegt, dass wir uns auch verbunden fühlen wollen, in einer Gemeinschaft, Gruppe dazugehören wollen und dann entsprechend handeln und wollen auch dann gesehen werden.

Aber zu oft habe ich an mir selbst und anderen bemerkt, wie es uns auszehrt, immer anderen gefallen zu wollen – dabei verstecken wir uns selbst hinter Masken, Ausreden, sprechen die Wahrheiten nicht aus und verschlucken uns an ihnen usw.

Wir schätzen uns viel seltener selbst und nehmen wahr, was uns ausmacht, was wir tun, ohne dass andere dies in ihrem Blick oder Ähnlichem uns spiegeln. Wir warten dann auf andere, dass sie uns die Anerkennung geben! Und versteh mich nicht falsch, es ist wichtig und richtig, auch von anderen Lob und Anerkennung zu bekommen, aber nicht ausschließlich, oder?

Ein Moment der Erkenntnis: Kleine Taten sind nicht „nichts“

Neulich war ich bei einer Bekannten zu Besuch, und ihr jüngerer Sohn war auch da. Ihm war langweilig, weil er uns Frauen zuhören musste, und gleichzeitig wollte er an den Laptop, um zu spielen oder so. Allerdings wollte sie das nicht, sondern mit der Bitte, dass sie das dann später zusammen machen. Er war so gelangweilt von der Langeweile, dass er dann etwas in der Küche reparierte, was wohl schon lange kaputt war. Nach einer Weile fragte ich ihn: „Und, was hast du heute so gemacht?“ Und er so: „Nichts.“ Und ich erwiderte: „Meinst du wirklich nichts? Schau mal, was du da repariert hast – das ist für mich nicht ‚nichts‘.“ Irgendwie schaute er erstaunt. Natürlich lobte ihn dann auch seine Mama dafür, aber ihm selbst war das gar nicht bewusst, was er da geschaffen hatte.

Und so oft hängen wir alle in etwas drin, was uns blind werden lässt für die Dinge, die wir tun – vor allem, wenn es schlicht und einfach ist oder für uns oder auch andere „normal“ wirkt. So wie ein Ex-Freund von mir kaum in der Lage war, mal danke zu sagen, für in seinen Augen Banales wie den Teller rüberzureichen. Also habe ich provokativ dann immer gesagt: „Gern geschehen.“ Ein einfaches Danke von jemand anderem kann bereits viel bewirken und sich gesehen fühlen lassen. Sich selbst zu danken ist auch eine schöne Übung – wenn im Moment auch keiner da ist – und das ist dann schon ein sehr guter Akt der Selbstanerkennung.

Ab und an habe ich auch erlebt, wie man auf etwas stolz ist und anderen davon erzählt, und man bekommt ganz direkt oder sehr subtil gesagt: „Ach, das kenne ich, das ist nichts Besonderes.“ Ich finde, das ist so unangenehm. Warum machen wir Menschen das? Ich glaube nicht, dass wir andere damit kleinmachen wollen – vielmehr ist es wahrscheinlich, dass wir uns selbst nicht eingestehen können: Ja, stimmt, darauf kann man wirklich stolz sein. Weil wir die kleinen Dinge bzw. die normalen Dinge auch bei uns selbst übersehen.

Wir sind alle manchmal blind für das, was wir leisten, oder? Sind wir blind geworden oder ist der Blick verschwommen für die kleinen und sehr einfachen Dinge?

Meine Kindheitserinnerung: Stolz wie Bolle mit dem Kinderbesen

Als Kinder können wir uns noch nicht ganz so bewusst anerkennen, oder? Wir brauchen andere, vor allem die, zu denen wir aufschauen, wie unsere Eltern, oder wir brauchen diese Momente, wo wir helfen, etwas erschaffen und uns andere sagen, wie toll das ist, oder? Wer Kinder hat, der wird das bestätigen, wie wichtig es ist, den Kleinen bereits Selbstwirksamkeit beizubringen und Anerkennung zu geben.

Ich habe Freunde mit Kleinkindern, und ich habe schon so süße Geschichten gehört, wie sie stolz waren, beim Gemüseschneiden helfen zu können (mit einem stumpfen Messer natürlich). Ich kann mich auch selbst erinnern: Ich war noch ganz klein, und meine Eltern sind in eine neue Wohnung gezogen. Ich wollte unbedingt helfen. Mein Papa hat mir dann einen kleinen Eimer voller Wasser gemacht mit einem Lappen, und ich hatte einen kleinen Kinderbesen, der dann sozusagen zum Wischmopp umgewandelt wurde. Ich war stolz wie Bolle!

Aber je älter wir werden, verpassen wir manchmal diese Momente, wo wir uns selbst anerkennen, und warten dann fast schon auf Dauerschleife auf andere. Weil vieles so als Selbstverständlichkeit abgetan wird oder einfach nicht mehr wahrgenommen wird. Das sollte sich meiner Meinung nach ändern, denn das macht etwas mit uns selbst aber auch in Beziehung mit anderen.

Selbstanerkennung und Selbstverständlichkeiten

Ich meine, wir müssen ja jetzt nicht jeden Tag für alles feiern – da kommen wir ja gar nicht mehr raus. Oder vielleicht wäre das echt mal eine Maßnahme für einen Feiertag für sich Selbst, der Selbstanerkennung?
Aber ab und an dürfen wir uns für das feiern, was wir leisten! Uns selbst danken und es nicht als selbstverständlich hinnehmen oder es einfach „Routine“ nennen. Denn auch wenn es das nun mal ist, es ist trotzdem etwas, das wir eigenmächtig tun und das darf gesehen werden. Viel öfters als bisher.
Heute ist so vieles normal und alltäglich, klar – aber manchmal kann es so schnell passieren, das man eingeschränkt wird, und dass es eben nicht mehr alles so selbstverständlich ist? Vielleicht kennst du du solche Momente bei Dir selbst oder bei anderen. Aber es verändert sich dann auch schnell der Blickwinkel darauf und man nimmt es viel bewusster wahr.

Feiern an sich ist natürlich ein großer Begriff – es reicht schon ein „gut gemacht“ zu sagen, oder sich selbst danken, oder Hände nach oben heben, in die Hände klatschen oder was es sonst so für Möglichkeiten des Feierns gibt. Da gibt es keine Grenzen der Fantasie.
Ein Ehemaliger Kollege von mir, hat nach einer schwierigen Aufgabe auf den Tisch gehauen und damit sich gefeiert – also eher unbewusst aber damit sich selbst ein Signal gegeben – gut gemacht.

Übung: Probiere es einfach mal aus, wenn du was abgeschlossen hast, dir selbst zu danken – egal wie normal oder banal das ist, ob es der Abwasch ist, oder geputzt. Einfach mal die Selbstanerkennung üben.
Es kann deine Selbstkommunikation und deine Beziehung zu dir selbst extrem positiv verstärken.

Es ist immer Zeit DICH selbst anzuerkennen.

Die Macht der Lauten – und das Übersehen der Stillen

Wir haben irgendwann gelernt, dass nur das zählt, was andere sehen, loben und feiern. Aber wann ist das passiert? An welchem Punkt haben wir entschieden, dass nur die Meinung anderer gilt? Und warum werden andere Menschen eher anerkannt – vor allem, wenn sie laut sind, also unüberhörbar? So ist zumindest meine Beobachtung.

Ich habe lange in einem beruflichen Umfeld gearbeitet, wo Lautstärke, Manipulation und eine regelrechte Kampfatmosphäre herrschten. Die Menschen, die laut waren, wurden gehört und gesehen – aber war es immer richtig, was sie sagten?

Menschen sind ihnen einfach gefolgt, selbst wenn sie eigentlich nicht überzeugt waren und es sogar mehrfach bewiesen bekommen haben, eher vorsichtig alles zu glauben. Aber die Menschen, die leiser waren, die ein feines Gespür und oft einfachere, klügere Lösungen hatten – die wurden überhört, übergangen, ignoriert. Und was macht das mit einem, wenn man das als Beweis nimmt, dass man keine Anerkennung bekommt bzw. verdient? Viele haben noch mehr gemacht und draufgelegt, obwohl sie es kaum schafften. Aber nicht selten wurden viele auch leiser oder gaben auf oder suchten sogar den Weg der Kündigung – so wie ich.

Mein Wendepunkt: Die Story aus dem Job, die alles veränderte

Eine kleine Story dazu: Das ist etwas, was mich sehr geprägt und auch die Tür zu meiner eigenen Selbstanerkennung geöffnet hat. Unter anderem waren meine Aufgabe, Kundenwünsche zu erfassen, zu priorisieren und so aufzubereiten, dass eine kleine, aber wirkungsvolle Änderung entstehen konnte.
Du kannst dir das vorstellen wie einen riesigen Abwaschhaufen – und ich habe dann das eine Teil abgewaschen, das gerade gebraucht wurde, damit man überhaupt essen konnte. Also am meisten Mehrwert bringt.

Monatelang habe ich an einem Projekt gearbeitet, alles ausgearbeitet, mit Kunden gesprochen, intern und extern abgestimmt – bis ein neuer Kollege in die Firma kam und dann alles an sich riss. Laut, bestimmend, alles umgeworfen und anders entschieden, obwohl schon alles in trockenen Tüchern war. Meine Vorgesetzte hat sich eingeschaltet, aber … naja. Am Ende habe ich für mich entschieden, die Firma zu verlassen, weil es nicht das erste Mal war, dass meine Arbeit zunichtegemacht wurde ohne Rücksicht auf die Zeit, die ich dorthineingesteckt hatte.

Innerlich hat diese Geschichte sehr viel mit mir gemacht. Auch wenn ich es fast schon gewohnt war, dass andere mich nicht gelobt haben – und übrigens, dieser Kollege hat dann auch noch hinter meinem Rücken erzählt, ich würde nicht „richtig“ arbeiten – war damit eine Spitze erreicht, in der alles in mir schrie: „Es reicht!“ Ich war eine treue, loyale Mitarbeiterin über viele Jahre und muss mir so was nicht sagen lassen. Das war ein Wendepunkt für mich: Ich habe begonnen, mich selbst wertzuschätzen und nicht darauf zu warten, dass andere mir das bestätigen, was ich mir wünsche. Inklusive der Erkenntnis, dass Menschen, die so sind und so handeln, auch nicht wirklich gut mit sich selbst umgehen.

„Auf Anerkennung zu warten – kann uns blockieren, den eigenen Weg zu gehen!“
– Nicole Wenk

Es beginnt alles bei Dir

Es war und ist Zeit für Selbstanerkennung, Selbstannahme – und das hat niemand anderem etwas anzugehen. Wenn andere mir nicht sagen können oder wollen „Hey, super gemacht!“, dann kann ich das selbst. Und das gilt für jeden Menschen auch. Du brauchst nicht ständig Zertifikate, Zeugnisse usw. von anderen – du darfst es dir selbst ausstellen: für bestimmte Ereignisse, für Erfolge oder einfach für dein gesamtes Leben bis hierhin. Egal, was da steht – und vor allem für das, woran du selbst zweifelst und glaubst, dass andere es nicht so sehen: genau das gehört drauf!
Ich habe eine Vorlage für solch eine Zertifikat erstellt – lade es dir kostenfrei herunter: HIER Pdf Herunterladen

Das „Zertifikat der Selbstanerkennung“ – Ein kleiner großer Schritt, den du immer selbst gehen kannst!

Du findest ausserdem eine kostenfreie stärkende Meditation „Selbstanerkennung für deinen Weg“ auf meinem Youtube-Kanal.

Das „Zertifikat der Selbstanerkennung“ – Ein kleiner großer Schritt den du immer selbst gehen kannst!

Es heißt SELBSTanerkennung – und meine Vision ist, dass Menschen wieder lernen, sich selbst anzuerkennen, ohne ständig etwas im Außen suchen zu müssen oder zu brauchen.
Und damit die Beziehung zu sich selbst zu stärken, um auch wieder die Beziehungen zu anderen zu stärken.
Denn alles beginnt bei uns selbst!

Liebe Grüsse,
Nicole

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