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Die Beziehung zu uns selbst ist wie ein inneres Klima

Es ist unübersehbar – der Klimawandel.
Der Klimawandel ist allgegenwärtig zu sehen, zu hören und zu spüren. Oder?
Ich weiß noch, als Kind war Winter noch Winter mit viel Schnee, sehr kalt an manchen Tagen und der Schlitten fast schon ein tägliches Gefährt. Heute freue ich mich, wenn mal ein Tag Schnee liegt – hat schon was Magisches irgendwie, die verschneite Landschaften. Aber es soll gar nicht diesem Beitrag um Schnee gehen, sondern um einen vielleicht ungewöhnlichen Gedanken bzw. fast schon eine Metapher, dass der Klimawandel auch mit unserem inneren Klima vergleichbar ist.

Wenn man sich mal vorstellt: Unsere Gedanken sind wie die Atmosphäre, unsere Gefühle wie die Wetterlage und was wir zu uns nehmen an Informationen und Nahrung, ist wie der Nährboden. Dann geht es schon ganz schön erhitzt zu, oder?

Ich beobachte immer wieder, wie gereizter, gestresster und überforderter wir Menschen werden bzw. schon sind. Um uns herum wird alles irgendwie lauter, schneller und komplexer – und obwohl wir wissen, wir kommen kaum noch mit, stellen wir uns weniger die Frage: Wie kann ich mir mehr Ruhe gönnen und es mir erlauben! Unsere Beziehung zu uns selbst verschwindet in einem Alltagsrauschen, aber genau deswegen sehe ich es mittlerweile so, dass es gerade derzeit so wichtig ist, seinem eigenen Beziehungsstatus zu sich selbst ein Update zu verpassen.

In der Welt der persönlichen Weiterentwicklung liegt der Fokus oft stark auf dem sogenannten Mindset, also auf unseren Gedanken. Gefühle werden dabei eher am Rand behandelt, obwohl sich das immer mehr wandelt – und der Konsum wie Ernährung ist für viele ein sensibles Thema, sowie die Massen an Informationen, die täglich auf uns einprasseln, nach denen wir fast schon süchtig geworden sind. Dabei sind gerade diese Bereiche essenzielle Bausteine für unser Wohlbefinden, unsere Selbstbeziehung. Und: Sie hängen viel enger zusammen, als wir oft denken. Unser Kopf übernimmt viel mehr und ignoriert dabei die Unterstützung des Körpers – indem man diesen bewusst wahrnimmt.

Diesen Beitrag möchte ich nutzen, um die drei wichtigsten Einstiegspunkte aufzuführen: Gedanken (Selbstkommunikation), Gefühle (Selbstwahrnehmung) und unsere Informationsverarbeitung (Selbstfürsorge), welche die Beziehung zu uns selbst stärkt!

Unsere Gedanken und ihre wirkliche Wirkung

Wir alle kennen diese Tage, an denen unser Kopf sich neblig anfühlt. Gedanken hängen wie dunkle Wolken über uns – oder wir fühlen uns wie im Wirbelsturm: Von einem Gedanken zum nächsten geworfen, ohne Halt. Manchmal ist es, als würden wir an einem Bahnhof stehen, während die Züge links und rechts nur so an uns vorbeirauschen. So was kennen wir alle mal, oder?

Unsere Gedanken sind komplex. Und wenn sie sich mit Gefühlen vermischen, wird es noch verworrener. Dazu kommt unser Unterbewusstsein – wie ein riesiges Archiv, in dem alte Programme laufen. Manche davon helfen uns, weil sie uns den Alltag erleichtern. Andere dagegen wirken eher destruktiv – sie halten uns in alten Mustern fest, ohne dass wir es merken bzw. hinterfragen.

Ich sehe unsere Gedanken oft wie eine Dunstglocke, in der wir hängen. Je mehr sie sich mit Zweifeln, Selbstkritik, Sorgen und Grübeleien füllen, desto „saurer“ wird unser inneres Klima. Das kostet Kraft – und fördert inneren Stress und lässt uns eher vor uns selbst wegrennen, anstatt diplomatische innere Gespräche zu führen.

In meinem Beitrag „Mentales Detox: Wie basisches Denken deine innere Balance stärkt“ schreibe ich darüber, seine Gedanken bewusster wahrzunehmen, nicht immer blind zu folgen, sondern die Diskussionen mit sich zu beenden und in einen Dialog zu gehen.

Fragen als Einstieg für deine innere Gedankenwelt:

das „innere“ Klima – ein Zusammenspiel aus vielen Aspekten

Unsere Gefühle sind verborgene Kraftquellen

Unsere Gefühle – oder besser gesagt: unsere Emotionen – sind wie Wellen: Sie kommen und sie gehen. Und wir wissen durchaus, was sie für eine Kraft haben. Vielleicht hast du schon mal von den Riesenwellen von Nazaré in Portugal gehört oder sie mal gesehen – durch einige Gegebenheiten am Meeresboden und der Küste kann dieses wirklich beeindruckende Naturschauspiel entstehen. Und man sieht was für eine Kraft entsteht.

Aber zurück zu unseren Gefühlen / Emotionen: Im besten Fall sind sie in ständiger Bewegung – fließend, lebendig, präsent. Doch viele dieser Emotionen wollen wir nicht fühlen, oder? Und dabei heißt es ja Motion (also Bewegung). Wir haben durch verschiedene Ereignisse in unserem Leben gelernt, mit ihnen umzugehen oder nicht. Wir versuchen, sie wegzudrücken. Aber Gefühle verschwinden nicht einfach, nur weil wir sie ignorieren. Im Gegenteil – sie gewinnen oft an Kraft, wenn wir sie unterdrücken, und brechen dann in unerwarteten Momenten heftig aus.

Wenn wir z. B. Trauer nicht zulassen, sucht sie sich irgendwann ihren Weg. Und oft stecken hinter dieser Vermeidung tiefe Glaubenssätze wie:

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“
„Reiß dich zusammen.“
„Sei doch nicht traurig.“
„Das darfst du nicht zeigen.“ uvm.

Diese inneren Regeln haben viele von uns geprägt – oft unbewusst, oft kollektiv weitergegeben. Und so sprechen wir nur selten offen über das, was wirklich in uns tobt, uns innerlich bewegt, ohne einen „Ausdruck“ zu finden. Uns wird das nicht in der Schule beigebracht und weniger auch in der Ahnenlinie.

Dabei wünschen wir uns alle Freude, Hoffnung, Leichtigkeit – dass uns innerlich „die Sonne scheint“. Aber wie in der Natur darf es auch mal windig, regnerisch oder stürmisch sein. Und wir wissen doch: Nach einem Gewitter ist die Luft oft klarer, frischer, freier, irgendwie gelöster.

Was in uns keinen Raum bekommt, staut sich – und wird irgendwann irgendwie „sauer“. Emotionen, die sich nicht ausdrücken dürfen, suchen sich ihren Weg – immer, leider auch in Formen, die wir nicht wollen, wie Krankheiten. Genauso wie ein Gewitter draußen nicht aufzuhalten ist, will auch das Innere irgendwann entladen werden.

Wenn wir lernen, unsere Gefühle zuzulassen, ihnen Raum zu geben, sie auszudrücken – dann verwandelt sich unser Umgang mit ihnen zu etwas, was ggf. eine ungeheure Kraft entwickelt, nicht um zu zerstören, sondern zu erschaffen.

Nicht im Kampf, sondern im Kontakt entsteht eine neue Klarheit zu uns selbst, aber auch zu anderen Menschen. Ein Wort, was ich sehr schön finde und so viel sagt, ist: Wir sind Fühlwesen, und deshalb darf auch alles da sein. Vielleicht ist genau das ein Lernprozess, den wir beginnen dürfen zu gehen: Immer mehr – immer tiefer – immer echter. Fühlen ist absolut menschlich.

Fragen für den Umgang mit Gefühlen:

Overload Nervensystem: Informationsflut & Nährboden

Neben unserem Verstand als Filtermechanismus, den Emotionen, den Gefühlen, die uns bewegen lassen, nehmen wir mit all unseren Sinnen Millionen von Daten auf, Informationen, und meist einfach nur noch ungefiltert. Wir kommen nicht mehr mit dem Verarbeiten hinterher, und anstatt uns Zeit zu nehmen, legen wir bzw. werden wir auch gezwungen, noch mehr draufzupacken. Und unser innerer Nährboden findet kaum noch Kraft, Neues entstehen zu lassen bzw. Altes zu verarbeiten.

Du kannst mal den Test für dich machen und zu eine:r Forscher:in werden, was auf dich so einprasselt, aber auch was du so verdaust an Informationen, aber klar auch Ernährung. Und was macht es mit dir? Tut es dir gut? Schenkt es dir langfristig mehr Energie oder eher weniger? Es gibt Studien, die schon mehrfach herausgefunden haben, was das ständige Online-Sein mit uns macht. Und dabei ist es nicht das Online-Sein, sondern das, was da alles auf einen einprasselt. Gefühl: Alles und jeder will unsere Aufmerksamkeit, und wir vergessen, was wir eigentlich wollten bzw. stellen uns auch kaum noch die Fragen, oder?

Ich lebe gerne in dieser Zeit, wo die Digitalisierung an Schub gewinnt, aber ich sehe auch, was es mit einem macht, wenn man stundenlang in Social Media scrollt, nicht um sich zu informieren bzw. das eher weniger, sondern dass Dinge ungefragt / ungefiltert so aufgenommen werden. Dass es emotional mit uns viel macht, wenn wir dann plötzlich beginnen, uns mit Stars zu vergleichen und den gefilterten Inhalten, die künstlichen Inhalten viel mehr Wert geben als uns selbst und der Beziehung zu uns selbst.

Und auch wenn ich immer noch beschmunzelt werde, wenn ich das sage – dass es wirklich mit uns was macht und im Nervensystem hängen bleibt – werde ich nicht müde, darauf hinzuweisen: Wenn du was verändern willst, dann schau, was du zu dir nimmst – egal wie banal oder alltäglich es zu sein scheint.

Fragen zur Selbstreflexion:

So wie unser Körper auf Nahrung reagiert, reagiert auch unser Geist und unser Herz auf alles, was wir täglich aufnehmen. Je bewusster wir wählen, desto klarer und leichter wird eine erhebende Selbstbeziehung.

SelbstBeziehung entsteht nicht zufällig

Unser Klima – im Außen wie im Innen – wird von vielen Aspekten beeinflusst. Es gibt Dinge, die wir kaum oder gar nicht steuern können. Aber es gibt auch vieles, worauf wir bewusst Einfluss nehmen könnten, wenn wir es uns erlauben, wenn wir es angehen und verändern wollen, vor allem wenn wir es auch können.

Klar, es gibt viel, worauf wir keinen Einfluss haben – aber achtsamer zu schauen, was wir denken, bewusster wahrzunehmen, welche Gefühlspalette am Tag durchlaufen wird, und auch was so auf uns einprasselt, was verdaut wird oder unverdaut ist.

Ich glaube fest daran: Je bewusster wir mit uns selbst umgehen, desto bewusster können wir auch mit der Welt sein, mit anderen Menschen. Es braucht dafür nicht immer riesige Veränderungen – manchmal reicht ein kleiner Schritt, ein neuer Blickwinkel oder ein tiefer Moment der Selbstehrlichkeit.

Vielleicht fühlt sich eine neue Entscheidung im ersten Moment an wie ein Tropfen auf dem heißen Stein – aber viele Tropfen zusammen formen eine Wolke, und aus Wolken wird Regen, der kühlt, erfrischt und neues Leben wachsen lässt. Wenn wir diese Metapher des Klimas nochmal aufgreifen.

Wenn du dir z. B. nur fünf Minuten pro Tag Zeit nimmst, um deine Gedanken zu beobachten, ihnen zuzuhören, wenn du Gefühle zulässt, anstatt sie zu verdrängen – wenn du ganz ehrlich schaust, womit du dich nährst (innerlich wie äußerlich) – dann beginnt Veränderung. Und vielleicht findest du dich selbst dabei wieder. Nicht in einem Ideal, sondern in deinem echten Wohlbefinden.

Unterstützen kann dich dabei meine Kostenfreie Vorlage: „Erinnere Dich an Dich“. Für mindestens 14 Tage beobachtest du dich was du denkst, fühlst und was so auf dich eingeht. TRAG DICH KOSTENFREI EIN!

Erschaffe eine Selbstbeziehung, vor der du nicht flüchten möchtest

Eine Beziehung, die in Balance ist.
Eine Beziehung, in der all die inneren Stürme bewusst wüten dürfen, um ganz neue Kraft zu gewinnen.
Eine Beziehung, die getragen ist von Klarheit, Mitgefühl und bewussten Entscheidungen.

Denn die Beziehung zu dir selbst entsteht nicht zufällig und wird von vielen beeinflusst – auch von anderen Beziehungen. Sie ist das Ergebnis täglicher Gedanken, Handlungen – und liebevoller Aufmerksamkeit oder Ignoranz dir selbst gegenüber. Du kannst entscheiden, was du wählst.

Bewusster zu sein bedeutet: stabiler zu sein und Dinge selbstbewusst zu verändern, zu hinterfragen, nicht alles hinzunehmen und immer weniger vor dir selbst verstecken zu wollen und auch vor anderen.

Nutze gerne meine kostenfreie Vorlage und lass mir unbedingt eine Nachricht als Kommentar da oder direkt als Mail. Ich freue mich, von dir zu lesen.

Herzlichst,
Nicole

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