5 Wege zu einer starken Selbstbeziehung
Welche Beziehungstipps kennst du?
Wir alle leben in Beziehungen zu anderen Menschen, aber leben wir auch wirklich in einer zu uns selbst? Und was bedeutet das, in Selbstbeziehung zu sein? Es geht nicht um egoistisches Durchsetzen seiner selbst oder auch nicht um die tiefe Überzeugung, Single zu sein. Es geht um das Denken, Fühlen und Wahrnehmen, was bei uns im Einzelnen vorgeht. Tiefe Bedürfnisse in uns wieder wahrzunehmen, uns selbst wieder an eine Position zu setzen, die uns guttut, uns mit Verborgenem – aber nicht Verschwundenem – wirklich auseinanderzusetzen, uns mit allem anzunehmen, was wir sind, unsere inneren Kämpfe zu erkennen und diplomatischere Wege zu finden und vieles mehr.
Wir sind wundervolle, hochkomplexe Wesen, und das ist auch wichtig so, denn wir Menschen lernen jeden Tag und nehmen so vieles auf, und all das braucht Zeit, um verarbeitet zu werden – allerdings bleiben vielleicht andere Punkte auf der Strecke – wie sich wirklich mit sich selbst zu beschäftigen, denn das Tückische ist: Andere sind manchmal doch interessanter, weil man eine Beobachterrolle einnehmen kann.
Ich bin nun seit einigen Jahren auf dem bewussteren Weg der persönlichen Weiterentwicklung und habe schon gefühlt alles mitgenommen an Material wie Onlinekursen, Büchern, Podcasts, Events usw., zig Methoden, energetische Methoden usw. Alles zielt darauf ab, einen von einem Punkt abzuholen, Lösungsmöglichkeiten anzubieten, um dann an einer Stelle wieder rauszukommen – das Interessante, was ich allerdings an vielen Stellen bemerkt habe: Alles schön und gut, aber wenn man beginnt, mit sich zu arbeiten, muss man die Rechnung immer mit sich selbst machen, und grobe Gewalt mit eisernem Willen wird’s nicht lange halten, wenn man weniger bereit ist, immer wieder Forscher:in von sich selbst zu sein.
In diesem Beitrag möchte ich fünf für mich wichtige Punkte zusammenfassen, die ich in den letzten Jahren für mich erkennen durfte – die immer dabei helfen zu forschen, neue Wege zu gehen und eine stärkere Selbstbeziehung zu führen.

Tipp 1: Selbstehrlichkeit – Die Basis deiner Selbstbeziehung
Wir Menschen haben die Fähigkeit zu lügen – und das meine ich wirklich ernst, es ist eine Fähigkeit, die manchmal sogar notwendig ist an der einen oder anderen Stelle. Dennoch habe ich aus Erfahrung gelernt: Man kann im Außen lügen und die Wahrheit ein wenig verschleiern, aber innerlich eine Lüge zu leben und aufrechtzuerhalten, macht wenig Sinn und kostet Energie, inklusive dessen, dass es irgendwann auffliegt.
Es gibt Lebensphasen oder auch Momente am Tag, in denen es „erhitzt“ zugeht – und man versucht einfach durchzukommen. In solchen Momenten darf man sich selbst ehrlich begegnen und die Selbstlügen in Selbstehrlichkeit verwandeln, sich bewusst eine Pause gönnen, sich zuzugestehen, überfordert oder verletzt zu sein, einen Fehler gemacht zu haben oder mehr mit der Aufmerksamkeit im Außen als bei sich selbst zu sein. Vielleicht behandelt man sich gerade nicht liebevoll, fühlt sich, als würde man sich am liebsten entfernen wollen, oder ist einfach erschöpft.
Übung: Probiere mal, dir im Alltag einen „Selbstehrlichkeitsstopp“ zu gönnen – vor allem, wenn die Situation gerade hitzig ist. Und frage dich dann: Was brauche ich gerade wirklich, wirklich? Welche Selbstlüge erzähle ich gerade, um weiterzumachen und nicht „schwach“ zu wirken?
Tipp 2: Andere Fragen stellen – Schlüssel zu neuen Türen
Ich bin ein großer Fan von Fragen geworden – besonders von solchen, die uns tiefer blicken lassen. Gerade dann, wenn Antworten auf Widerstand stoßen, vor allem in einem selbst, und es manchmal wirklich dauern kann, bis etwas sichtbar wird. Wenn man eher ein wenig zurückschreckt bei der Frage bzw. überrascht davon ist, dann wird’s richtig interessant.
Ich war mal in einem Workshop, wo dieses Thema aufgegriffen wurde mit folgender Essenz: Wenn in einem Bereich deines Lebens etwas nicht rund läuft, sich eher anfühlt wie ein Ballon, der ständig Luft verliert, dann finde neue Fragen für dein Leben. Fragen, die dich inspirieren oder sogar triggern können, denn genau dort beginnt Veränderung, ein Wandel – wie eine Beule in der Komfortzone. Wenn du keine neuen Antworten hast, kannst du dein Unterbewusstsein immer wieder mit Fragen auf die Suche schicken.
Ich finde es einen schönen Gedanken – Fragen sind wie Schlüssel zu neuen Türen, die geöffnet werden, und wir entscheiden, wie weit wir diese Tür öffnen wollen. Wir sind unsere eigenen Forscher:innen im Leben, und das darf auch wieder durch Fragen aufleben.
Tipp: Ich habe auf meinem Blog verschiedene Fragen zusammengetragen, und auf meinem YouTube-Kanal findest du Videos mit sogenannten Affirmationen / Afformationen – Videos, wo positiv formulierte Fragen neue Blickwinkel öffnen können.
Tipp 3: Wenn Angriffe nicht persönlich sind
Vor vielen Jahren las ich in einem Newsletter etwas, das in mir einen starken Impuls in Sachen Zwischenmenschlichkeit auslöste: „Es hat nicht mit dir persönlich zu tun.“ Damals fühlte ich mich nach einem Streit vom Vortag sehr aufgewühlt, weil ich nicht verstand, wie man mich so anschreien und beleidigen konnte. Dieser Satz begleitet mich seitdem immer wieder, und ich gebe ihn auch an andere weiter.
Wenn Menschen angreifen – scheinbar grundlos, aber doch mit einem eigenen Grund für sich selbst – dann macht das etwas mit uns, meist mit der Frage: Was habe ich gemacht? Meist ist das erste Gefühl Unverständnis für die Art und Weise des Angriffs. Doch anstatt mit Fingerzeig und Schuldzuweisungen zu reagieren, geht es darum, zunächst eine Haltung einzunehmen, dass es mit einem nichts persönlich zu tun hat, wenn der andere vermeintlich so reagiert, obwohl man bewusst nichts dafür gemacht hat. Und wenn es einen trifft, darf man sich selbst fragen, warum man jetzt so getroffen ist, warum man dann tagelang darüber nachdenkt.
Auch mit der Frage: Was für ein Mensch tut so was „grundlos“ – auf einen loszugehen? Und was hat es mit mir zu tun?
Ein Beispiel aus meinem Leben: Ich war in der Fußgängerzone unterwegs mit meinem Fahrrad, das ich schob, weil dort ein Altstadtfest war und Tausende von Menschen unterwegs waren. Ich suchte einen Platz, wo ich mein Fahrrad anketten kann. Als mich eine Dame sah und mich anschrie, wie verrückt ich bin, und das ein paarmal, und mir einen Vogel zeigte.
Sie war wohl der Meinung, dass ich da fahren will, und ich war so baff, dass ich nicht mal fragte, was ihr Problem ist. Im Nachgang klar – sie hat einfach ihr individuelles 1 und 1 zusammengezählt und war der Meinung, das dann auch auf eine sehr aggressive Art zu machen, und ich war davon getriggert, weil mir jemand einen „Fehler“ unterstellte, den ich gar nicht machen wollte = Missverständnis.
Tipp: Wenn du dich das nächste Mal angegriffen fühlst (grundlos) und es nicht nachvollziehen kannst, dann nutze gerne folgenden Satz: „Ich fühle mich angegriffen, weil ich das nie so machen würde oder es einfach nicht verstehe.“ Damit schafft man eine Akzeptanz und stoppt ggf. auch die innerliche Suche, was man gemacht hat.
Tipp 4: Selbstverantwortung Übernehmen
Dieser Tipp knüpft ein wenig am vorherigen an: Es geht darum, Selbstverantwortung für die eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen zu übernehmen. Das betrifft viele Bereiche im Leben und macht es schwer, das eigene Leben wirklich zu leben, wenn man anderen immer wieder die Verantwortung dafür gibt, was gerade nicht rundläuft. Natürlich ist es oft einfacher, im Außen nach Schuldigen zu suchen, denn inneres Ehrlichsein wird selten gelehrt, oder? Sich selbst ehrlich zu sagen, dass man nicht vorankommt – sei es im Business, beim Geld, in Beziehungen, die zerbrechen oder gar nicht richtig starten – das ist oft sehr individuell. Wichtig ist, sich immer bewusst zu machen: Man ist Teil der Gleichung.
Tipp: Selbstverantwortung beginnt bereits, wenn du auch nein sagst, wenn du nein denkst. Selbstverantwortung beginnt, wenn man ausschließlich die Haltung „Die anderen sind schuld“ verlässt.
Tipp 5: Ziele setzen – Träume groß denken
Lange Zeit war ich jemand, der sich nicht wirklich bewusst Ziele gesetzt hat – klar, es waren klassische Ziele wie Job, Partner, Reisen, also eher ganz normale, kurzfristige und langfristige Vorstellungen. Erst vor ein paar Jahren begann ich, mich persönlich weiterzuentwickeln, und da kommt man an einem Visionboard kaum vorbei. Für mich ist es so wichtig, aufzuschreiben, was man erreichen möchte. Dabei geht es bei manchen Zielen gar nicht darum, sie sofort zu erreichen, sondern langfristig dranzubleiben und auch einfach Ziele zu setzen, um zu überprüfen, ob man sie wirklich möchte. Manchmal erkennt man ja auf dem Weg, dass es doch anders sein soll, und das ist völlig in Ordnung.
Ich glaube, oft setzen wir uns weniger große oder ungewöhnliche Ziele, die außerhalb unserer gewohnten Bubble liegen, weil da vielleicht die Sorge schwingt, es nicht zu schaffen oder uns später anders zu entscheiden – und damit eine Brise von Fehlern oder Scheitern. Aber ist das wirklich so? Wenn man seine Schritte geht, also Entscheidungen trifft und wirklich Handlungen folgen lässt, ist das bereits der größte Erfolg, den man sich selbst schenken kann.
Tipp: Trau dich, groß zu denken und auch weit. Schreibe einmal alle Ziele in deinem Leben auf und beobachte mal, was es mit dir macht – gedanklich und auch emotional.
Kraft der Selbstbeziehung in herausfordernden Zeiten
Ich denke, du stimmst mir zu, dass gewisse vergangene Jahre in uns etwas hinterlassen haben, diese Jahre mit den Lockdowns. Du stimmst mir bestimmt auch zu, wenn ich sage, dass es den einen oder anderen Menschen noch mehr verunsichert hat. Und die Auswirkungen sind überall irgendwie spürbarer geworden, auch wenn wir es im Detail nicht verstehen.
Meine Beobachtung in den letzten Jahren: Menschen vergraben sich immer mehr im Ablenkungsmodus, weil es einfach zu viel ist. Sie verlieren ihren Antrieb für etwas Neues, inklusive der Bereitschaft, sich wirklich mit sich selbst zu beschäftigen.
Was passiert? Sie verlieren vieles aus den Augen, was sie selbst mal waren und mal werden wollten. Die Energie der Menschen hat kaum noch einen Wert – weil sie diese in Dinge stecken, die sie kurzfristig erfüllen, aber langfristig in einem Hustlemodus halten, und das liegt an ganz vielen Punkten.
Sich wieder bei sich einzufinden und eine neue Energie zu entfachen – einen neuen Antrieb – kann entstehen, wenn man die Selbstbeziehung wählt, anstatt im ständigen Ablenkungs- und Hustlemodus zu sein.
Starte jetzt mit deiner Selbstbeziehung:
Du findest Unterstützung dabei in meiner kostenfreien Vorlage „Erinnere Dich an Dich„ – damit nimmst du dir ein paar Minuten am Tag, um dir Fragen zu stellen und Verbindung zu dir aufzunehmen. Vielleicht ist das ein Start in eine ganz neue Beziehung mit dir selbst.
Ich freue mich sehr, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt: Welchen Punkt willst du mal ausprobieren bzw. bewusster nutzen?
Liebe Grüße,
Nicole
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